Und innen –
O da ist gar traulich und einladend zu einem guten Zusammensein mit lieben Menschen.
Die eine der Wände besteht aus lauter Fenstern, durch die du ein Meer von Blättergrün und hängendem Goldregen schaust, der ganze Raum ist davon grüngolden durchdämmert. In allen Ecken und Winkeln laden Bänke, Stühle, und Tische zu Ruhen und Plaudern wenn Freunde da, zu stiller Verlorenheit an die unsägliche Fülle und Stille umher, wenn du einsam hier bei dir selbst bist.
Trittst du aus der grünen Dämmerung dieser kleinen Klause vor die Türe, hast du ein Bild vor dir, das noch jedem, der es zum erstenmale erblickte, einen Ruf seligster Überraschung und Entzückung entlockte.
Über die kleine, von einem Birkenzweiggeländer abgeschlossene und blumenumstandene Terasse siehst du hier über das wogende Grün unzähliger Baumgipfel hinweg zu meiner Stadt hin, die im Tale des silbernen Flusses, von weichlinigen, sanften Hügeln umschlossen, mit ihren vielen, vielen Kirchtürmen hingelagert, dir ein Bild unvergeßlicher Lieblichkeit in die Seele senkt, sonderlich wenn du das Glück hast, es im fallenden Abendscheine zu erschauen. Dann liegt diese prachtvolle vornehme Stadt wie umleuchtet von einem seltsamen Licht, das in seiner mystischen Goldung in alle Tiefen der weiten Zeiten zu schauen scheint, aus welchen diese altersschöne Stadt zu uns hergewachsen ist.
Und im sinkenden Abendscheine fängt die Luft plötzlich an zu klingen und zu singen. Ein Kranz feierlicher Töne senkt sich über Hügel, Fluß und Gelände. Es ist das große Aveläuten von all den ragenden Türmen, die dem Bilde meiner Stadt die starken Linien geben. Und diese Töne gehen zwischen Tal und Höhen, über Fluß und Straßen, über alle lauschenden Seelen hin und binden alles Geborene in einem heiligen Frieden zusammen.
Und in der Morgenfrühe liegt ein wunderbares Leuchten über diesem Bilde, ein starkes, junges Leuchten, das dem erwachenden Leben seine Wege weist und in alle Fernen dringt und die begrenzte Enge der Stadt zu weiten Horizonten öffnet.
Kaum kannst du dich trennen von diesem Blick in die köstliche Fülle umher.
Und doch muß ich dich noch weiterführen.
Noch mehr gibt es zu schauen und zu lieben in diesem schier unausschöpfbar schönen Garten.