(»Miss Caroline, il faut avantager madame.«)
»Nein, es geht doch nichts über reisen und fremde Völker sehen. Aber man darf sie natürlich nicht wie uns beurteilen – es sind ja nur arme Heiden!«
(»Miß Harriet, nehmen Sie noch einmal genau die Maße.«)
»Seien Sie versichert, daß wir alles aufs beste für Sie liefern werden. Wir interessieren uns außerordentlich für Sie. Wir haben noch nie eine Kundin gehabt, die bei der Kaiserin von China gewesen ist.«
Und so verdanke ich es denn der Kaiserin von China, wenn meine New Yorker Kleider wirklich ganz besonders schön ausfallen!
10.
New York, Oktober 1899.
Lieber Freund! Haben Sie je von Charles William O'Doyle gehört? anders auch »Chinalack-O'Doyle« genannt? Dieser 50fache Millionär, der heute an der Spitze der größten Eisenbahnen steht, der Bergwerke, Schiffe und Ländereien, groß wie ein Königreich, besitzt, hat seine Laufbahn vor Jahren als Apothekergehilfe in San Francisco begonnen. Wie er dahin gekommen, wer seine Eltern waren, erzählt er heute wahrscheinlich niemandem – aber Geduld, die nächste Generation der O'Doyles wird gewiß entdecken, daß die Vorfahren von Charles W. einst angesehene Großgrundbesitzer in Irland gewesen, unter Cromwell ihres katholischen Glaubens halber verfolgt wurden, verarmten und, vom grünen Eiland vertrieben, nach Amerika auswandern mußten.
In Amerika wird jetzt alles fabriziert, wie in Europa – auch Stammbäume!