Ich höre immer nur dieselben Worte – er ist nicht mehr. Zuerst verstand ich's nicht – nun ist es alles, was ich noch weiß. Die Worte füllen die Welt – alles andere ist versunken.
Hätte ich ihn doch nur ein einziges Mal noch sehen können! Wär ich doch wenigstens zu allerletzt bei ihm gewesen! Daß er da allein sein, allein sterben mußte! Seine Verlassenheit ermaß ich an der eigenen Vereinsamung, seinen Jammer an meinem Jammer.
Jahrelang hat er mich umgeben mit Zartheit und Fürsorge, hat mich geliebt – wie sehr, weiß ich erst jetzt – ich durfte damals ja gar nicht dran denken – mußte vorbeigehen – wo er mir sein ganzes Leben gab.
Ach, gäb es doch nur eine Stunde, von der ich mir jetzt sagen könnte, die habe ich ihm ganz geschenkt, deren hat er sich mit den allerletzten Gedanken sicherlich noch erinnert!
Hätte ich doch selbst den Trost solch einer einzigen Erinnerung!
Aber nichts durfte ich ihm sein. Nicht einmal in seiner letzten Stunde konnte ich bei ihm sein. Allein mußte er sterben.
Hätte ich ihm doch nur ein einziges Mal noch sagen können: »Nicht wahr, Du hast es doch immer gewußt, wie sehr ich Dich geliebt?«
Ach, daß ich doch bei ihm unter der Erde ruhte! –
Ich sehe immer nur ein endloses Trümmerfeld – wie öde der Weg, der nirgends hinführt – das war mein Leben.