„Ja, also wozu willst denn du auf der Welt sein?“

„Zum Tanzen, Schönanziehen, Rudern, Reiten.“

„Und du willst kein kleines Kind, das dich anschaut mit Augen, die sagen: liebe Mami, ehe es noch sprechen kann.“

„Nein! denn ich kann den Kinderlärm nicht vertragen und dann — die Taille...“

„Ja,“ meint Sophie, „deine Taille wirst du behalten, aber dein Gesicht wird alt werden. Dann wird auch dein Leutnant trotz deiner Taille nicht mehr mit dir tanzen wollen. Du aber wirst allein sein, wie andere.“

„Ihr sprecht Unanständiges,“ sagte Mary. „Wenn ihr noch von euren Courmachern sprechen würdet, aber vom Kinderbekommen, wovon wir noch gar nichts wissen sollen.“

„Ihr wißt es ja doch,“ sagte Sophie. „Na, aber man thut so dergleichen, aus Anstand!“

„Was soll denn da Schlimmes daran sein, Mary? An eine liebe Mutter zu denken, die Tag und Nacht bei ihrem Kindchen wacht und seinen kleinen hilflosen Leib pflegt, während die anderen tanzen und sich freuen.“

„Du regst immer Gespräche an, die nicht sein sollen, Sophie. Sieh, in keinem Roman steht von kleinen Kindern, sondern immer nur von der süßen Liebe. Aus Anstand, weißt du!“

Die kleine Sophie mit den ernsten, verträumten Augen: „Nein, nicht aus Anstand, ich weiß eigentlich nicht warum. Es ist — hm! vielleicht, weil die Männer die Bücher schreiben. Sie wissen nicht, wie süß ein kleines Kind ist.“