„Nicht doch,“ entgegnete Agnes. „Alles blieb, wie es sein mußte, ob sie geheiratet hätte oder nicht, geliebt oder nicht, glücklich oder unglücklich gewesen wäre, immer würde sie dieselbe grübelnde Träumerin gewesen sein. Immer, in allen Lebensmöglichkeiten. Also, was hätte jemand daran ändern können? Ein paar äußerliche Zufälligkeiten. Weiter nichts.

Jedes wird, was in seiner Natur vorbereitet liegt.“

„Ja,“ sprach eine, die den Spitznamen Fräulein Chrysantheme trug. Sie war sorgsam gelockt, parfümiert und herausstaffiert wie die kostbarsten jener Treibhauspflanzen, deren Namen man ihr gab. Sie war schon Braut eines sehr reichen Menschen, der den ihr nötigen Luxus verschaffen konnte und von ihr nichts verlangte, als daß sie die Schönste und Eleganteste sei.

Im Gedanken an ihre voraussichtlich glänzende Zukunft wiederholte sie triumphierend mit jenem Stolz ohne Duft ihrer Blumen: „Jedes wird, was in seiner Natur vorbereitet liegt.“

„Ja,“ seufzte es aus der dunkelsten Ecke, wo Violetta saß. Und sie fühlte mit heimlichem Grauen, daß sie ihre Seele verschenken müsse, sei es für ein Leben, einen Tag oder eine Stunde, wie das Schicksal es dann wollen wird, aber verschenken, ohne zu fordern. Verschenken! Verschenken ohne Gegenglück — o! und vergessen sein, wie der, der schenkt, ohne Erwiderung zu erwarten. Vergessen, wie der Sonnenstrahl, der lebengebende.

Loras Wirtschaftswoche.

Wie sie aussah, wollt ihr wissen? Ob sie „schwarze, schwarze“ übergroße Augen hatte und eine „weiße, weiße“ Haut, eine schlanke, schlanke Taille und dazu eine sehr üppige Brust.

Nein, seht ihr, so war’s nicht. Sie ist keine Romanfigur, sondern ein lebender Mensch, und die Farbe ihrer Augen ist rätselhaft graugrün.