Aber die Einfalt meines Lebens kann Euch Edelsten dienen, hinter deren maienschönen Stirnen die Frage an das Schicksal sich einkrallt.
Euch, die Ihr in Heiligkeit und Schönheit durch die rauhe Rohheit des Lebens gehen wollt.
Euch, mit den glühenden, opfervollen Herzen, denen alles Beleidigende, was sie erblicken, nur den Gedanken der Güte an heilendes Bessern gibt.
Ach! wären meine Gefühle Macht! — ich segnete Euer werdendes Leben!
Elsa Asenijeff
Zur Zeit der
Tuberosenblüte
1901
Heimlichkeiten.
Bertha kam vom Pensionat heim. Ihre Eltern wohnten im ersten Stock. Jedesmal, wenn sie die Stiege nach fünf Uhr hinaufging, kam vom zweiten Max, der Gymnasiast, herunter. Er hatte Locken wie ein Dichter und sah sehr männlich aus.
Zuerst waren sie beide rot geworden. Er hatte sie gegrüßt.