Da wollte ihn der Tote warnen, aber seine Glieder waren steif und der Tod nahm Erde und legte sie über seinen Leib. Daraus blühen Blumen empor und sie duften des toten Königs Gedanken.
Aber nur der Reine kann sie verstehen. Das ist das Schlimme, es ging noch kein Reiner vorüber.
II.
Es war einmal ein alter Mann, der nie mit Menschen sprach. Ja er ging niemals hinaus in Feld und Flur, um zu sehen, ob die Erde ihr grünes Samtkleid oder den weißen Pelz überzogen hatte. Er saß nur immer still in seiner Stube, mit der großen Brille über der Nase und schluckte durch die Augen schwarze Buchstaben.
Die Leute nannten ihn Gelehrten.
Einstmal im Winter sah des Nachbars Kind zwischen den weißen Eisblumen nach dem stillen Haus, wo der alte Mann wohnte. Die Fenster waren von innen vermacht, so daß man nicht hineinsehen konnte. Das thut er wahrscheinlich wie die Vögel bei den Nestern, um sich vor Kälte zu schützen, dachte das Kind.
Aber einstmal schien die Sonne wieder so warm und sagte: guten Morgen, Erde, steh doch auf, erwache doch!
Da streckte sich die Erde, schüttelte die weiße Federdecke und aus allen ihren Falten lächelte frisches Grün hervor. Ei! wie war das schön! Und die Leute gingen wieder ins Freie, die Frauen in bunten Kleidern, so daß man sie für wandelnde Blumen hielt.
Da dachte das Kind: jetzt wird auch das Fenster dort sich öffnen, denn die Sonne sprach schon: Wachet auf! Hatte es der Alte nicht gehört? Es guckte neugierig heute und morgen und übermorgen hinüber, aber immer blieb das Fenster verrammelt.