Tante Jola aber machte ihr stilles, liebenswürdiges Gesicht und als sie jetzt so freundlich nach Else blickte, konnte diese sich nicht enthalten zu fragen.

Erst sondierte sie die Tante. Wird sie böse sein, oder ihr statt einer Antwort eine gute Lehre geben? Denn das konnte sie so nicht leiden. Sie wollte über manches klar werden, aber stets schickte es sich nicht, dies zu wissen. Dann blieben immer nur die Dienstmädchen zum Ausfragen über. Die sagten aber alles brutal. Und sie meinte, wenn ihr dasselbe, was sie zu fragen hatte, von Tante beantwortet würde, so müßte es so fein und zart sein, wie ihre Haut, ihr Gang, ihr ganzes Benehmen.

„Tante Jola?“ begann sie zaghaft.

„Nun Else?“

„Aber ich bitte dich, sei lieb und kläre mich auf. Du bist so gut, du wirst mich nicht ausmachen.“

„Was ist’s denn?“

„Liebe, liebe Tante,“ sprach jene ganz leise flüsternd: „ich weiß, daß du glücklich verheiratet bist und Onkel auch.“

Die Tante lächelte: „Ist das so schlimm?“

„Nein, Tante, aber... aber, ich wollte damit sagen, daß die meisten anderen Ehepaare, die ich sah,... es nicht sind.“