Der Kopf, den der abgemagerte, unnatürlich helle Hals nicht zu tragen vermochte, lag kraftlos auf der Schulter!
Aber jetzt wurde ihm gut. Und seine klugen, totgezeichneten Augen sahen nach der Stadtfrau.
Die Frau erschauerte.
Aus dem mageren Körper flatterte eine zuckende Seele empor und legte sie mit mildem Schauer um ihr Sein.
Und etwas sprach — aber nicht mit armen Menschenworten, sondern unendlich schöner, heiliger zu ihr, flog ihr zu wie heißer Dank, wie inniges Verständnis, klagte von frühem Tod und einsamem Sterben. Und noch viel heimlicher tönte es darunter: auch du leidest, auch du!
Die Stadtfrau bebte. Ist’s möglich! Die Vernunft sagt doch nein!
Aber ein Neinsagen ist doch kein Ungeschehenmachen.
Die Augen des Kindes erschlossen sich plötzlich, es blühte ein Glanz darinnen auf, der zu ihr herüberstrahlte.
Endlich hab’ ich dich doch gefunden, mein Teil, mein Sein, meine Seele! Nun kann nichts mehr schaden.
Träume ich? dachte die Frau.