Als sie aber fort war, traten sie ein und knurrten: „Die, die, die? Niemals!“

Darauf waren sie verschwunden.

Der König konnte es aber vor Sehnsucht nicht mehr aushalten und ließ sich heimlich mit dem jungen Weibe trauen.

„Nun bist du mein Weib, aber warte nur, ich setze dich auch auf den Thron, bei meinem Königsschwur, über ein Jahr bist du Königin.“

Bis dahin wohnte sie in einem unterirdischen Palast. Von außen mußte sie durch eine schmutzige finstere Höhle. Fledermäuse scheuchten auf, Ratten huschten herum.

Aber drinnen war es gemütlich. Wände aus Porphyr, Stufen aus rosa Marmor, Stühle aus duftenden Hölzern und kleine Tischchen von Amethysten. Nur Blumen gab es keine, die verdorrten gleich. Und die Sonne konnte auch nicht hinab.

Des Königs Frau wurde aber immer blässer und blässer. Denn sie wohnte in Nacht. Aber sie hatte die Sonne lieb. Und seine Lippen küßten warm, aber unter der Erde war es so kalt.

„Bist du glücklich?“ fragte er sie. Da stürzten Thränen in ihre Augen. Aber sie verbarg ihren Kopf schnell an seiner Brust und sagte: „Ich bin glücklich.“

Und jedesmal rief er: „Von morgen sollst du auch Königin sein.“ Aber dann dröhnte es draußen, und die Fledermäuse flatterten ängstlich und drei Stimmen kreischten. Nie, nie! Und eine rief: ich habe die Macht von der Erde. Und die zweite: ich habe die Macht vom Firmament, und die dritte: ich habe die Macht von der Hölle. Und können wir niemand beglücken, so wollen wir schaden. Und es wird nie!

Da weinte der König und schmiegte sich hilfesuchend an sein schutzloses Weib.