So verging die Zeit, und als er einmal heimlich zu seiner Frau kam, lag ein kleines Mädchen da, sein Kind.
Da lächelten beide vor Glück und umschlangen einander. Er warf sich der jungen Mutter zu Füßen und rief: „Wie glücklich hast du mich gemacht!“ Draußen aber dröhnte es: ich habe die Macht von der Erde und ich habe die Macht von der Hölle. Nur die dritte Stimme schwieg.
„Weißt du, ich sehne mich nach der Sonne,“ sagte die junge Mutter.
„Entsinnst du dich noch der Sonne, als wir zusammen so froh am Throne saßen?“
„Noch heute laß ich dich zur Königin ausrufen! Du zweifelst doch nicht an meinem Wort“ sagte er und warf sich in die Brust. „Ich habe auf der ganzen Welt nur dich lieb. Baue auf mich.“
Von der Erde,... von der Hölle! klang es draußen.
Und kleinlaut verbesserte sich der König: „Habe nur noch ein Weilchen Geduld, dann wird alles gut werden.“
Da lächelte die junge Frau wehmütig, sah noch einmal nach dem Kindchen und dem König, als müßten die in ihren Augen eins werden. Dann flüsterte sie: „Wo ist Frau Ehr, meine Mutter?..“ seufzte und war tot.
Unter den Schulmädchen war eine Bewegung entstanden. Die blasse, kleine Desiree, mit der nie jemand sprechen wollte, war aufgesprungen. Thränen liefen über ihre harmvollen Wangen, als sie zitternd sagte: „Aber das ist ja die Geschichte meiner Mama!“