Die Mütterliche aber mit der weichen Stimme und den grüngrauen Augen umschlang sie und sprach: „Sei nicht traurig, auch du wirst stark sein.

Wir sind in einer Uebergangszeit. Vieles scheint uns roh, was bisher den Menschen nicht wehe that. Aber siehst du darin nicht ein Zukunftshoffnungsleuchten, daß die Menschen es ändern wollen?“

„Ja,“ sagte eine, „das geht nicht von heute auf morgen. Was Jahrhunderte als gut befunden wurde, kann nicht durch das einfache Bessererkennen auch schon geändert sein. Unsere Zeit hat auszuscheiden, für eine lichte Zukunft, wo die Menschen wieder froh sein können und dürfen.“

Die Blonde sprach: „Ich möchte so gerne lachen und glücklich sein.“

Und darauf die Mütterliche: „Wir alle wollten es, aber können wir es, wo so viele leiden? Unserer Enkel Enkelkinder werden vielleicht wieder froh und dankbar ins Leben sehen können. Unserer aber wartet ein Werk. Wir wollen einzig wahre Mütter sein. Nicht nur die Daseinsgebenden, auch die Lebengebenden! Nicht nur unserer Kinder, sondern auch anderer Kinder, ja allen Menschen.“

Eine rief begeistert: „Und alle Lüge und Trug sei von unserem Wirken verbannt.“

Und eine andere: „Wir wollen dann die Erfahrneren sein, die den Weg denen erleichtern, die über uns hinaus wachsen werden.“

Alle hielten bewegt inne.

Dann sprach die Mütterliche, ohne jemand anzusehen, mit ins Weite leuchtenden Augen:

„Nun ist unsere Zeit gekommen, nun dürfen auch wir Heldinnen sein. Nicht eine oder die andere, wie es da oder dort einst schon war, sondern alle, alle! Wissende, die dennoch die gute Saat auswerfen, obwohl die Ernte nicht zu erleben ist.“