EIN ANDERER ARBEITER: Guck ens in Dein Beutel nach ....
Mutter PIUS: Ich hab von Tag nich en Kastemänneken über. De Carl muß doch auf de Universität ne ganze Bux am Hintersten hab’n.
(Lieschen läuft, vom Brotaustragen zurückgekehrt, zu August — er und die Arbeiter gehen weiter sich zu beraten etc. Der Großvater Wallbrecker kommt keuchend über die Wiese; er ruht sich vor der Brücke aus. Er trägt einen Wäschesack auf dem Rücken. Von der Gasse hört man Getrampel und Fluchen, eine Schar Arbeiter kommt auf Pius’ Häuschen zu.)
Mutter PIUS: (Nimmt mit einem Griff Carls Bücher und ihre Spitzen) Komm wacker herein, Carl, ich muß mir neutral halten un wenn Bebel selber mir um Rat fragen tät. — (Der Großvater sieht Lieschen, das noch vor dem Haus von Pius steht.)
Großvater: Lieschen!
LIESCHEN: (Mit raffiniertem Einverständnis zu Mutter Pius) Soll ich heut wieder helfen, Mutter Pius? (Mutter Pius ist aber schon im Haus und hat Lieschens Frage nicht gehört. Die Arbeiter verziehen sich, Lieschen geht der Gasse zu.)
Großvater: (Ruft; aber Lieschen will scheint’s nicht hören; er pfeift den Pfiff, der Lieschen ein Signal geworden ist. Nun steht der Großvater vor dem Häuschen.)
Großvater: Nä, wie sich das Blag verändert hat! Amanda, mein Puckel stürzt ein! (Er geht ins Haus.)
FÜNFTER AKT
Eine Art Gartenzimmer in der Villa der Familie Sonntag. Rechts führt die Tür zum Flur, von der man die Haustür deutlich sehen kann. Links ein breites Fenster, das den Garten spiegelt. Viele Schlingpflanzen und andere Blumen schmücken das Zimmer. Nahe dem Fenster steht ein lila Ledersofa, worauf Frau Sonntag und Eduard sitzen. Frau Sonntag hält zerstreut ein offenes Buch auf der Rückseite im Schoß. Marta ist im Begriff, den Flor von Heinrichs Bild abzunehmen. Die Familienmitglieder sind in Schwarz gekleidet, auch die Dienstboten.