Wenige Wochen nach seinem ersten Besuch ist der Kapitän genötigt, noch einmal in der Mühle vorzusprechen.

Es handelt sich um eine große und wichtige Getreideladung, die während unsachgemäßer Lagerung gelitten hat und gereinigt werden soll, ehe sie weitergeht.

Herr Pohl hat zwar zurzeit wenig Raum. Aber er erklärt sich schließlich bereit, seine Einrichtungen dafür zur Verfügung zu stellen, wenn der Kapitän die Arbeit überwachen läßt.

Der Kapitän will selbst von Zeit zu Zeit das Getreide prüfen. So kommt es, daß er nun oft jenseits des Kanals zu sehen ist.

Wenn er Irmgard Pohl begegnet, so grüßt er sie mit seinem eckigen Hutschwenken wie einen alten Freund. Sie hat keine Zeit, sich in eine Unterhaltung mit ihm einzulassen, wenn er im dienstlichen Eifer um das Bureau der Mühle stapft. Er nimmt ein Lächeln von ihr mit in das Gebrumm der Maschinen, und sie sagt bei Tisch zum Vater:

»Ich habe den Kapitän eben hier getroffen.«

»Ja«, erwidert er. »Der hat jetzt öfter bei uns zu tun.«

Frau Pohl erkundigt sich nach dem Mann, welche Stellung er im Hafen bekleide, und — nach kurzer Pause — ob er verheiratet sei.

Vater und Tochter wechseln einen raschen Blick. Sie geben ihr Auskunft, und sie mag daraus entnehmen, daß sie es mit dem ersten und wichtigsten Mann im Hafen, nach dem Kommerzienrat, zu tun habe, denn Joachim Becker wird in stillem Einvernehmen nicht erwähnt.

»Siehst du«, sagt Herr Pohl auf dem Weg ins Bureau zu seiner Tochter. »Die Mutter hat einen Heiratskandidaten für dich.«