»Ja«, sagt Irmgard. »Sie beschäftigt sich jetzt damit. Neulich fragte sie mich, wie alt ich sei. Sie war lange sehr nachdenklich, als ich es ihr wahrheitsgemäß gesagt hatte. Es wird immer schwerer, ihre Fragen zu beantworten.«
Herr Pohl nickt. »Sie möchte, daß du mehr unter junge Leute kommst, und erklärte sich sogar bereit, Gäste zu bewirten.«
Sie sind vor dem Bureau angekommen. Irmgard macht keine Anstalten, zu ihm hineinzugehen, um das Gespräch fortzusetzen. Sie wendet sich halb zu ihrer Tür, dann sagt sie, ehe sie im Hauptkontor verschwindet:
»Wenn ihr wollt, könnt ihr ja den Kapitän einladen!«
Michael Pohl sieht ihr einen Augenblick kopfschüttelnd nach und geht mit unzufriedenem Gesicht zu seinem Schreibtisch.
Der Kapitän ist ihm nicht unsympathisch. Seinetwegen war er auch der Hafengesellschaft entgegengekommen, denn er kann einem guten Menschen schwer etwas abschlagen, während er sich die schlechten peinlich vom Halse hält.
Und gern sieht er es nicht mit an, wie die Tochter im Bureau sitzt und sich daheim überflüssig fühlt.
Der Kapitän wäre ihm als Gesellschafter bei einer guten Zigarre gleichfalls recht. Aber nun kann er die Einladung verteufelt schwer anbringen.
Er legt die Hand wuchtig auf den Tisch. Seine Stirn hat sich bedenklich gerötet.
Zum Kuckuck, soll er seine Tochter jetzt vielleicht öffentlich ausbieten? Nein, mit seiner Einladung kommt der Kapitän nicht in sein Haus. Das ist seine Ansicht, klipp und klar.