Er lehnt gegen den hohen Kamin und blickt in seine Vergangenheit, während Frau Adelheid mit stillen Bewegungen den Teetisch bereitet.
Die freundlichen Bilder sind nicht mehr durch falsche Strenge oder Spottlust verzerrt. Sie sind hell und sprechen wie Erkenntnisse. Irmgard Pohl hält ihm die feste, kameradschaftlich treue Hand hin und sagt: ›Wie könnte ich an dir zweifeln? Das darfst du niemals denken!‹ Und Michael Pohl ist in seiner Erinnerung wieder vertrauensvoll und gut zu ihm. Er schlägt ihn auf die Schultern und spricht: ›Ja, dann sage ich von heute an du zu dir!‹ In seinen hellen tiefliegenden Augen schimmert dabei seine geheime Zärtlichkeit.
Joachim Becker sieht seine Fehler unerbittlich und klar. Sie sagen: Nun weißt du wohl, wie wir auszugleichen sind? Ja, das weiß er. Es ist so einfach: man ist fortan nur gut zu jedermann, man geht zu zwei Menschen und sagt: »Verzeiht!«
Adelheid ruft ihn an und berührt ihn am Arm. Ihre Augen sind ängstlich und traurig, denn sie weiß, daß er mit seinen Gedanken wieder nicht in ihrer Nähe weilt.
Er blickt sie ganz verwirrt an. War nicht eben alles so einfach und klar? Er lacht bitter auf.
Nein, nichts ist klar, denn das Geschehene ist nicht auszulöschen! Und eine Schurkerei bleibt eine Schurkerei. — Was sollte die rücksichtslose Wahrheit daran ändern?
Der Kran
Als im dritten Hafenbecken nun auch ein Wasserspiegel glänzte und an den Kais eine Tankanlage für zwei Millionen Liter Benzin errichtet war, konnte man endlich sagen, daß hier ein fertiger Hafen sei.
Im Norden ragt der mächtige Getreidespeicher, und schon wird die Frage aufgeworfen, ob er auch ausreichen werde. Es steht nur noch nicht fest, ob der Mühlenbesitzer Pohl, die Genossenschaft der Brotfabrik oder die Hafengesellschaft den neuen Speicher bauen. Diese drei muß man nun in einem Atemzuge nennen, denn sie gehören zusammen. Der Kapitän geht zum Beispiel zum Nachbarn hinüber und sagt: