Er nennt die betreffenden Hafenplätze und erwartet die Meinungen.
Dr. Immermann, der bei den Sitzungen stets den Eindruck hervorruft, als ob er im Schlafe unter hypnotischem Zwang den Bleistift führe, meint, ohne seine Kritzeleien zu unterlassen:
»Ich halte den Zeitpunkt für verfrüht. Erst müssen wir selbst verdienen.«
Joachim Becker fährt im alten Fluß seiner Rede fort: »Ganz abgesehen davon, daß wir durch einen ersten Schritt auf diesem Wege schon jetzt den großen Seehäfen unsere Taktik verraten müssen, damit sie ihre Bedingungen ändern, ist es notwendig, zu handeln, ehe unsere hiesigen Erfolge sichtbar werden. Wenn wir erst gezeigt haben, wie es gemacht wird, und daß wir gut auf unsere Rechnung kommen, werden sich andere Geldleute finden, die ihre Hand auf die übrigen Häfen legen oder mindestens die Forderungen der Kommunen in die Höhe schrauben.«
»Oder die Kommunen machen es selbst nach unserem Rezept«, wirft Herr Kohan ein. Über die starren Gesichter der Tafelrunde zieht der Schimmer eines Lächelns.
»Ich verlange nicht schon heute die Bereitstellung der Summe, ich will nur wissen, ob ich damit rechnen kann, um rechtzeitig mit der Bearbeitung zu beginnen. Ich würde sofort zuverlässige Mitarbeiter an den betreffenden Plätzen damit beauftragen, zunächst die Unzufriedenheit mit dem jetzigen Zustand in der Öffentlichkeit und der Stadtvertretung zu schüren und dann das Wort ›Privatwirtschaft‹ in die Debatte zu werfen. Dann brauchen wir noch geraume Zeit, bis alle maßgebenden Kreise die richtige Meinung davon erhalten haben, und wenn das Feld dann so weit bereitet ist, können wir auf eine Aufforderung hin unsere niedrigsten Gebote machen.«
Der Hafendirektor, der damals vor dem gleichen Auditorium das Projekt für den Hafen dieser Stadt auseinandersetzte, blickt sich ein wenig um, wie man die Erweiterung seines eigenen Planes aufnehme und ob er diesen Zahlenmaschinen endlich einmal imponiere.
Aber nur Herr Kohan starrt ihn durch seine dicken Brillengläser an. Der halbgeöffnete Mund, im gepflegten rosigen Gesicht mit dem weißen Haar und Bart, verrät ebenso Verständnislosigkeit wie Bewunderung. Sonst sieht er ringsum undurchdringliche Masken.
»Dazu kommen«, setzt er fort, »noch drei Binnenplätze mit fertig ausgebauten Häfen, die wir für den Umschlag benötigen.«
»Welche sind das?« fragt Herr Gidli mit großem Eifer.