Haarland verabschiedet sich von Joachim Becker.

»Man muß nur den Nacken steif halten«, sagt er, als habe er es nötig, aufmunternd zu sprechen. »Ich habe es mit Boxen erreicht.«

Dabei zeigt er seine Fäuste und die gesunden weißen Zähne im braunen Gesicht.

Joachim Becker geht in sein Arbeitszimmer.

Die Stimmen der Aufsichtsratsmitglieder verlieren sich vor seiner Tür. Es ist später Nachmittag, die Dämmerung legt sich ganz plötzlich über den großen Raum.

Einen Augenblick sitzt er ausruhend in seinem Sessel, dann dreht er das Licht an und klingelt seiner Sekretärin.

Mechanisch beginnt er, von dem großen Stoß der Papiere auf seinem Tische das Wichtigste herunterzunehmen und zu diktieren.

Gegen seine Gewohnheit hebt er plötzlich den Blick. Er sieht, über die Finger der Schreibenden, in das schmale erschlaffte Gesicht der Sekretärin.

Es kommt ihm auf einmal mahnend zum Bewußtsein, daß dieses langsam welkende Wesen ihm gegenüber in den letzten Monaten täglich bis in die späten Abendstunden zu seiner Verfügung stand — daß sie auch ein Anrecht auf das Leben habe. Er selbst hat, seitdem er von seinem Projekt besessen ist, nur Arbeit gekannt und rücksichtslos Arbeit gefordert. Nun empfindet er dumpf, daß es für andere Menschen noch irgendwelche Freuden geben mag, die nicht in diesem Hause zu finden sind.

Er bricht das Diktat plötzlich ab.