»Wir wollen für heute Schluß machen. Gehen Sie auch nach Haus.«

»Ich habe noch das Protokoll —«

»Lassen Sie Protokolle und Briefe. Schließen Sie alles ab, und denken Sie nicht daran.«

Sie sieht überrascht auf. »Dann: guten Abend«, sagt sie leise lächelnd.

Wie sie zur Tür geht, mit leichten Schritten, während das Kleid um ihre Beine schwingt, sieht er in ihr zum erstenmal nicht nur die fleißige Mitarbeiterin. Und er hat ein eigenes Gefühl dabei.

Sie ist auch eine Frau, sagt er sich, als er ihren Duft noch leise verspürt. Es gibt also noch lebendige Wesen, die ihren Körper wie eine Kostbarkeit auf zierlichen Füßen tragen, die mit weichen Händen nach den Dingen greifen und sanfte Worte sprechen —

Adelheid fällt ihm nicht nur ein, sie ist ihm greifbar nahe. Ihre ängstlichen runden Augen sehen ihn an. Er springt auf, ungeduldig, freudig, und beschließt, auszugleichen — zu verschenken, was so dankbar hingenommen wird.

Der Kommerzienrat kommt herein, um sich zu verabschieden und Grüße für Adelheid aufzutragen.

»Hat die Katastrophe sie auch nicht zu sehr aufgeregt? Du weißt, bei jungen Frauen in diesem Zustand — Ist der Arzt heute dagewesen?«

Sein Schwiegersohn kann diese Fragen nicht beantworten. Er hat bisher keine Zeit gehabt, sich damit zu beschäftigen. Aber nun will er alles nachholen.