Dann erzählen sie, wie der Frühling zehn oder zwanzig Meilen weiter aussieht, und Herr Karcher hört andächtig zu, bis er plötzlich seiner Kladde gedenkt und einzutragen beginnt.
Dort drüben aber wächst das Verwaltungsgebäude mit jedem Tag, und dann wird die Verwaltung einziehen und ein anderes Regiment führen. Herr Karcher beginnt unter den Strahlen der Frühlingssonne zu frösteln, und wenn die Fürsorgeschwester nicht im Hafen wäre, so könnte er der Melancholie verfallen.
Aber Schwester Emmi kommt in ihrem blaugestreiften Kleid auf zierlichen Füßen daher wie ein Morgengruß und sagt in ihrer stets prächtigen Laune:
»Uff! Das hätten wir getan!«
»Guten Morgen«, pflegt Herr Karcher dann erst ermahnend zu sprechen. »Was hätten wir getan?«
»Guten Morgen«, ruft sie nachträglich, während sie sich auf seine Tischkante setzt. »Eben so unsere ersten Pflichten: eine Suppe auf einen Kahn getragen und ein Kind angezogen und — na so weiter. Einen Finger habe ich heute noch nicht verbunden.«
»Aber hier ist eine Wunde zu heilen«, sagt Herr Gregor, der nun auch auf der Bildfläche erscheint. Er hält ihr seine Wange hin, die einen schmalen Riß sehen läßt.
»Nein, Rasierschnitte unterliegen nicht der Fürsorge«, wendet sie ein, und dabei gibt sie ihm einen kleinen Klaps auf die Schramme.
»Finden Sie,« fragt sie Herrn Karcher, »daß es schön ist, wenn ein Mann sein Gesicht pudert? Und wann, glauben Sie wohl, ist dieser leichtsinnige junge Herr heute nacht heimgekommen?«
»Sind Sie so gut unterrichtet?« fragt Herr Karcher, während Herr Gregor geschmeichelt an seinen Nägeln putzt.