»Ja, so könnte man es machen«, sagt er befriedigt. Er dreht sich wieder um und überläßt sie weiter ihren Grübeleien.

Sie denkt, wie es wohl mit einem Generaldirektor und einem Kapitän im unfertigen Hafen gehen würde, und sie versucht, sich ein Bild von diesem Kapitän zu machen, der Joachim Becker zur Seite gestellt wird.

Darin aber stimmt sie mit allen überein, die den neuen Mann als Freund oder Feind erwarten: Ein richtiger Kapitän muß es sein, groß, mit wiegendem Gang und breiten Schultern, mit hellen blauen Augen und in einem dunkelblauen Anzug.

Der Kapitän

Am Nachmittag vor dem 1. August, dem Tage, der für den Einzug des Kapitäns bestimmt ist, werden einige Möbel und Kisten am Verwaltungsgebäude abgeladen. Wer gerade vorbeikommt, wirft einen Blick darauf, und es sind nicht wenige, die zufällig diesen Weg nehmen.

Der größere Teil dieses Hauses ist noch von Gerüsten umgeben, aber der linke Seitenflügel wird bereits überdacht, während der turmartige Mittelbau und der rechte Flügel noch nicht die vierte Etage erreichen.

Der fast fertige linke Teil hat einen besonderen Eingang an der Seite erhalten, direkt gegenüber der Hafenwirtschaft. Hier steht der Wagen, und Frau Reiche kann von ihrem Fenster aus jedes einzelne Stück betrachten.

»Es sind alles sehr einfache und alte Sachen«, sagt sie zu ihrem Küchenmädchen. Sie beobachtet den kleinen dunklen Herrn, der mit einem Verzeichnis in der Hand das Ausladen der Möbel verfolgt und mit gespreizten Schritten hinaufrennt, um die Aufstellung zu überwachen.

Der leere Möbelwagen fährt davon; der kleine Herr schließt die Wohnung ab und geht auch hinaus, ohne in der Hafenwirtschaft eingekehrt zu sein, Frau Reiche ist sehr enttäuscht; sie hätte durch ihn gern einiges über den Kapitän erfahren.