„Was? Wetter schön bleiben! Regen müssen wir haben, es ist die höchste Zeit. Der ist so nötig, wie ’s liebe Brot. Das Land ist wie ausgedorrt, alles vertrocknet; wenn’s so fortgeht, werden wir bald kein Futter fürs Vieh mehr haben.“
„Aber August, jetzt, wo wir so liebe Gäste haben, dürfen wir uns doch keinen Regen wünschen,“ erwiderte Flora vorwurfsvoll. Es war ihr offenbar peinlich, daß er so sprach.
Doch Ilse enthob sie ihrer Verlegenheit und sagte:
„Ich bitte dich, Flora, dein Mann müßte kein guter Landwirt sein, wenn er nicht so dächte. Als einstiges Landkind weiß ich ganz genau, was es bedeutet: kein Regen!“
„So, Sie haben auf dem Lande gewohnt?“ fragte der Gutsbesitzer voll Teilnahme und sah sich Ilse daraufhin noch einmal genauer an.
„Aber, August,“ rief Flora, „ich habe dir doch alles von Frau Gontrau und Frau Althoff erzählt.“
„Ja, Kind, das habe ich, offen gestanden, wieder vergessen. Mir geht so vieles durch den Kopf, daß ich für so etwas kein Gedächtnis habe.“
„August!“ Sie warf ihm einen bedeutungsvollen Blick zu.
„O, das kenne ich von Fred genau,“ tröstete Nellie. „Der arme Mann ist oft so vergeßlich! Das kommt von seinem anstrengenden Berufe, dadurch sind seine Nerven auch sehr herunter.“
Hieran anknüpfend erzählte sie die ganze Leidensgeschichte des armen vielgeplagten Fred, und wie schwer es ihr geworden wäre, ihn zu verlassen, da er ihrer Pflege so sehr bedürfe.