„Onkel Heinz, habe ich auch nicht zu rote Backen?“ So rief und fragte es von allen Seiten, und immer enger wurde er von den jungen Mädchen umschlossen, immer eindringlicher bestürmten sie ihn mit Fragen; er wußte schließlich weder aus noch ein und hielt sich mit beiden Händen die Ohren zu.

„Scheußlich seht ihr alle aus,“ platzte er endlich hervor und hoffte wahrscheinlich durch diese derbe Kritik von den Quälgeistern befreit zu werden; aber darin hatte er sich getäuscht, nun ging es erst recht los.

„Onkel Heinz, sage doch ehrlich, sehen wir wirklich scheußlich aus?“ – „Ist das dein Ernst?“ – „Gefallen wir dir nicht?“ so schwirrte es von neuem durcheinander.

„Findest du, daß mir Rosa gut steht?“ fragte Marianne, und ihre Augen hatten dabei einen so süß bittenden Ausdruck, daß der Professor nicht widerstehen konnte.

„Na, es geht!“ antwortete er und betrachtete sie eingehend. „Aber sage mal, du mußt etwas um den Hals binden, du erkältest dich ja sonst. Herr Gott, was ist das überhaupt für eine Verrücktheit, sich so anzuziehen! In euren Hauskleidern gefallt ihr mir viel besser. Ihr werdet euch mit dem bloßen Hals und den nackten Armen einen schönen Schnupfen holen.“

Da gab es wieder zu lachen über eine solche Ansicht.

„Wen findest du denn am hübschesten, Onkel Heinz?“ fragte Thusnelda.

Seine Blicke schweiften umher und blieben an seinem Lieblinge Ruth haften; er brauchte deshalb gar keine Antwort zu geben.

„Natürlich Ruth, das haben wir uns gleich gedacht!“ riefen sie alle.

„Onkel Heinz, hättest du für mich vielleicht ein weißes Kleid hübscher gefunden?“ fragte Marianne.