„O, mit der Eisenbahn; gleich als du fort warst, kam sie und rief mich. Wie bin ich erschrocken gewesen, ich glaubte ein Gespenst zu sehen, als plötzlich Ilse so bleich vor mir stand. Wie zitterig war armes darling, o, und wie hat sie geweint!“
„Geweint, warum hat sie denn geweint?“ fragte er, „sage doch nur, was ist denn vorgefallen?“
Mit fliegenden Worten erzählte sie ihm nun alles.
„Und was sollen wir tun, Fred?“ fragte sie schließlich. „Ilse ist ein unvernünftiges Kind; wir müssen für sie handeln.“
Er hatte bei ihrer Erzählung mehrmals unwillig den Kopf geschüttelt.
„Ja, was sollen wir tun?“ wiederholte er. „Ich hatte [pg 30]geglaubt, Ilses Trotz wäre gebrochen, sie wäre ein vernünftiges Mädchen geworden, und jetzt macht sie solche Streiche! Das beste ist, wir packen das ungezogene Kind auf und schicken es morgen mit einem Entschuldigungszettel wieder nach Hause.“
„O, so darfst du nicht sprechen,“ rief Nellie unwillig. „Jeder hat nicht ein solch fügsames Natur, wie deine Frau. Ilse hat nun einmal ein trotziges Sinn, aber sie ist gut, und ich habe ihr so herzhaft lieb. Du darfst ihr auch nicht zeigen, daß du von ihre Flüchtigkeit weißt; sie hat mich gebeten, dir nichts davon zu sagen. – In welche Angst werden ihre Eltern und Leo um sie sein! Sollen wir sie nicht telegraphieren?“
„Ja natürlich, Schatz, das müssen wir tun und zwar gleich, sofort. Ich will die Depesche selbst besorgen.“
„O ja, das ist gut von dir, aber nun mußt du armer Mann noch einmal in die dunkle Nacht hinaus.“
„Ich brauche ja nicht weit zu gehen,“ meinte er und zog sich seinen Überzieher an.