„Erst hören, lieber Fred, dann schelten. Glaubst du, ich sei wegen mein Mann aufgeblieben? O nein, ich läge schon längst in das tiefste Schlummer, hätte ich nicht eine große Erlebnis gehabt.“ Sie blickte ihn ernst dabei an, und er bemerkte, daß sie blaß und erregt aussah.
„Was denn für ein Erlebnis?“ fragte er ängstlich. „Was ist denn passiert, erzähle doch! ich ängstige mich, du siehst so bleich und aufgeregt aus, hat dir Rieke Ärger bereitet?“
„O nein,“ fiel sie ihm lachend ins Wort, „Rieke war eine fromme Lamm wie immer. Laß nur, du errätst es nicht, Schatz; komm, setze dich nieder, damit du nicht in Ohnmacht fällst, wenn du’s hörst, was ich dir jetzt sagen werde. Also höre: Ilse ist da!“
„Ilse!“ lachte Dr. Althoff, „das ist himmlisch! Ja, ich glaube wohl, du möchtest sie wäre hier und vertriebe dir die Zeit, wenn dich dein böser Mann allein läßt. Warte nur, Bösewicht,“ sagte er scherzend und hob ihr Kinn in die Höhe, um ihr in die Augen sehen zu können. „Du willst mir wohl etwas vorflunkern, weil ich ein bißchen später nach Hause komme, als es meine gestrenge Gattin sonst von ihrem soliden Manne gewohnt ist? Ach ja, es ist schrecklich, wenn man so unter dem Pantoffel steht,“ sagte er seufzend.
Sie blieb aber ernst bei seinem Scherz.
„Nein, nein, ich mache keine Spaß, Fred; es ist wahr, da drüben,“ sie wies mit der Hand nach der Tür, „liegt Ilse und schläft.“
Und als er sie noch immer ungläubig ansah, da holte sie Ilses Hut und Mantel herbei.
„Sieh hier, gehört mich dies Hut, dieses Mantel, glaubst du mir nun?“
Ja, jetzt glaubte er ihr, das bewiesen seine erstaunten Augen, mit welchen er die Sachen ansah. Fragend blickte er seine Frau an.
„Nellie, was ist das, wie kommt Ilse plötzlich her?“