Sie wollte ihm damit die lila ‚bon voyage‘ in die Hände geben, aber Ilse riß sie ihm fast fort. Sie fand Rosis Zumutung ihrem Manne gegenüber empörend.

„Bitte, Herr Pastor, lassen Sie mir die Tasche,“ bat sie, als er sie ihr fortnehmen wollte, „es würde doch zu lächerlich aussehen, wenn Sie das Ding hielten.“

„Sie sind zu gütig,“ stammelte der Pastor, „aber Rosi möchte doch gern, daß ich die Tasche hielte; bitte, geben Sie.“

Ilse war jedoch schon hinter der Ladentüre verschwunden und gesellte sich zu Nellie und Rosi, welche bereits eifrig mit dem Ladenfräulein verhandelten.

Hilflos sah ihr der Pastor nach.

„Ob es Rosi wohl recht ist, daß ich die Tasche hergab?“ sagte er halblaut, und sein ängstlich fragendes Gesicht war so komisch, daß sich Doktor Althoff abwenden mußte, um nicht laut aufzulachen.

„Wollen wir nicht ein wenig auf und ab gehen,“ sagte Althoff, als sie eine Weile gewartet hatten, „die Damen scheinen lange zu wählen; ich kenne das schon von meiner Frau her.“

„Wenn Sie meinen, Herr Doktor,“ entgegnete der Pastor zaghaft. „Nun ja, wie Sie wollen. Ich hoffe jedoch, die Damen werden bald fertig sein.“

Er trat an die Ladentüre heran und sah durch das Fenster. Die drei Damen schienen noch nicht ans Fortgehen zu denken. Auf dem Ladentische vor ihnen lag eine unendliche Menge Sachen ausgebreitet, unter denen die Wahl recht schwierig sein mochte, denn sie wanderten von Hand [pg 96]zu Hand und wurden eingehend besichtigt, worauf die drei Köpfe zu einer eifrigen Beratung dicht zusammenrückten. Der Pastor überzeugte sich, daß die Damen wohl noch lange nicht fertig sein würden, und ging deshalb auf Althoffs Vorschlag ein. Langsam spazierten die beiden Herren auf und ab und jedesmal, wenn sie an dem Laden vorbei kamen, warf der Pastor forschende Blicke in das Innere desselben.

„Es dauert recht lange, bis die Damen fertig sind,“ meinte er.