Abb. 67. Bucht von Regla mit Leichterboot.

Die Ebenen von Santa Clara.

Das Innere der Cinco-Villas-Landschaft ist auch in seinem nördlichen Teile, den wir von Caibairien aus bis gegen den oberen Agabama hin und von Sagua la Grande aus bis Santa Clara und bis an den oberen Damuji vermittelst Eisenbahn erreichen, ein Bergland. Aus der Gegend von Moron zieht die Sierra de Jatibonico, die Sierra Matahambre und die Sierra de Bamburanao gegen Nordwest, bis gegen 550 m aufsteigend, und in der Hauptsache Kalksteingebirge von ähnlicher Art, wie die Sierra de Cubitas und andere, auch wie diese reich an Höhlen sowie an Flußschwinden (des Rio San Agostin, des Rio Jiquibu u. s. w.) und Riesenquellen, und wohlbewährte Zufluchtsstätten der Insurgenten. Die Tetas de Buenavista, die Lomas de Sagua (Loma Malpais, Loma Mamey u. s. w.) und die Sierra Morena bilden ihre niedrigen Fortsetzungen entlang der Küstenniederung. In der Sierra de Agabama nördlich von dem Oberlaufe des mehrfach erwähnten Stromes, sowie in der Sierra de Escambrey, die die Wasserscheide zwischen dem Rio Agabama und den beiden Saguas bildet, treten ältere Gesteine mit Erzlagerstätten, Asphaltbetten u. s. w. in den Vordergrund, und es ist dadurch die Verbindung mit dem südlichen Gebirgslande gegeben. Zwischen den genannten Bergzügen und westlich davon liegen flachwellige Ebenen, die sich in der Gegend von Santa Clara ungefähr 120 m über den Meeresspiegel erheben, und die hier und da einen merkwürdig zerfressenen und zerlöcherten Kalkfelsboden, meist aber einen normalen rotbraunen oder graubraunen Verwitterungsboden zeigen. Die Stromthäler der beiden Saguas sind in diese Ebene ziemlich tief eingeschnitten, und mit ihren schönen Königspalmenhainen und Bambusbüschen bilden sie die ästhetischen Glanzpunkte der Landschaft. Im übrigen neigen die Ebenen auch hier stark zu Savannenbildung, und daneben bedeckt Guaven-, Mimosen- und Palmettogebüsch weite Strecken. Von Wirtschaftszweigen sind der Tabakbau und die Viehzucht weitaus am besten entwickelt und nur nordwestlich von Santa Clara zugleich auch der Zuckerrohrbau. Mit Verkehrswegen ist das Innere der Landschaft nur in seiner Westhälfte besser ausgestattet als das Camaguey, in der Osthälfte ist das Fortkommen ganz im allgemeinen ein sehr schweres, und selbst der Camino Central dient besser zum Reiten und Lastentransport als zum Fahren. Wandelnde Futtergrashaufen, aus denen vielfach kaum die Ohren des darunter begrabenen Pferdes oder Maultieres herausschauen ([Abb. 59]), mit Wasserkrügen oder mit Holzkohlenkörben schwer beladene Esel u. dergl. begegnen dem Reisenden in den Ortschaften der Cinco-Villas-Landschaft noch öfter als anderswo in Cuba.

Abb. 68. Mangogarten und Landstraße bei Bejucal.

Santa Clara. Santo Domingo.

Santa Clara oder landesüblicher Villa Clara (20000 Einw.), ziemlich genau mittwegs zwischen Cienfuegos, Caibarien und der Saguamündung und in dem Quellengebiete der beiden Saguas gelegen, wurde als die zweitjüngste der „Fünf Städte“ im Jahre 1683 begründet. Seinen verhältnismäßig neuzeitlichen Charakter offenbart es namentlich durch den Mangel schöner Kirchenbauten. Als Tabakmarkt (mit 315 Tabakvegas in seiner Umgebung) sowie als östlicher Endpunkt des wohlentwickelten cubanischen Eisenbahnnetzes hat es hervorragende Handelsbedeutung, und im übrigen ist es Statthaltersitz der gleichnamigen Provinz, die sich im allgemeinen mit der Cinco-Villas-Landschaft deckt. Als Mittelpunkte zahlreicher Viehzuchtgeschäfte sind daneben erwähnenswert Placetas (2000 Einw.), mit Eisenbahnverbindungen nach Caibarien und Sagua, und Cartagena (1000 Einw.) am oberen Damujiflusse, als Mittelpunkte des Tabakbaues San Diego del Valle nördlich und Manicaragua südlich von der Hauptstadt; als Mittelpunkte des Zuckerbaues sowie als Eisenbahnknotenpunkte Esperanza (1500 Einw.) und Santo Domingo (3500 Einw.). Die beiden letzten Orte ([Abb. 60]) sind zugleich auch durch ihre Fruchtpräservenindustrie (Guavapräserven) berühmt, die auf Cuba leicht noch eine wichtige Zukunft haben könnte. Für die Landschaft insgesamt hat Santo Domingo zudem auch noch Bedeutung als ihr hauptsächlichster Ausgangspunkt zu Lande gegen die Vuelta Arriba hin.

Abb. 69. Straße in Alt-Habana.