Das in Süd-Afrika, meist während meiner drei Reisen gesammelte ethnographische und naturhistorische Material besteht in etwa 30900 Exemplaren, von denen ich über 12500 Exemplare in dem mir von dem hohen k. k. Handelsministerium gütigst überlassenen Pavillon des Amateurs in Wien vom Beginne des Mai bis Ende October 1880 ausgestellt habe. In dieser Sammlung befanden sich über 1300 ethnographische Objecte, welche ich unter den Buschmännern, Hottentotten, den Fingo, Gaika, Galeka, Pondo, den südlichen und nördlichen (Matabele) Zulu’s, den Basuto’s, den Betschuana-Stämmen (Batlapinen, Barolongen, Banquaketse, Makhosi, Manupi, Baharutse, Bakhatla, Bakwena, Ost- und West-Bamangwato), den südlichen und nördlichen Makalaka, Maschona,[25] Manansa, Matonga, Masupia, Marutse, Mabunda, Mankoë, einige Stücke von den Bewohnern von St. Helena und Madeira erworben habe, sowie einige von den Colonisten verfertigte Arbeiten. Die naturwissenschaftliche Abtheilung enthält eine Sammlung von Fellen, welche zum Ausstopfen bestimmt sind, zu welchem Zwecke nach dem Tode der betreffenden Thiere, an deren Körper die nöthigen Messungen vorgenommen wurden und 41 Schädelskelete vorlagen. Außerdem 14 kleinere Thiere in Spiritus aufbewahrt. Ferner 71 lose Felle, 62 anatomische Präparate, 10 pathologische Objecte, 134 Hörnerpaare von Gazellen, Antilopen, Gnu’s, Büffeln etc. Von Vogelbälgen wurden ausgestellt, und zwar von mir präparirt, 271 Bälge; vom Elephantenjäger Bradshaw erstand ich 62; 69 waren von Mr. Walsh gegen Elfenbein eingetauscht; 42 von Mr. X. aus der Transvaal-Colonie und 20 kaufte ich dem Taxidermist des südafrikanischen Museums in Capstadt ab.[26] Ferner von Vögeln 11 anatomische Präparate, 4 pathologische Präparate, 23 Nester, 89 Eier und eine Gruppe von 57 in 8 Rahmen geordnete Straußenfedern.

An Reptilien: 25 Schildkröten (2 anatomische Präparate); 256 Eidechsen, (2 anatomische Präparate;)[27] 87 Schlangen (10 anatomische Präparate); 45 Lurche. Ferner: 69 Fische (4 anatomische Präparate); 35 Eier verschiedener Haifischarten. An Gliederthieren waren 2256 ausgestellt.

An Insecten wurden vom Jahre 1872 bis 1878 über 18000 gesammelt, 1300 von dem Elephantenjäger Dr. Bradshaw gegen Elfenbein eingetauscht. In der Ausstellung befanden sich 2056 Exemplare, und zwar 1744 Käfer, 4 Raupen, 25 Wespen, 1 Termitenkönigin, 162 Heuschrecken, 62 Wanzen, 19 Schaben, 39 Insectenbauten.[28] An Zecken waren 8, Krustenthieren 33, Spinnen 51, Spinnennestern 8, Scorpionen 36, Scolopendern 40, Julus 20, Würmern 4 Arten ausgestellt.

Von Weichthieren 782, darunter 9 Cephalopoden und 3 Cephalopodengehäuse, 148 Schnecken, 26 Muscheln, 43 Patellae, 26 Seeraupen, zusammen 243 Exemplare, sämmtlich in Spiritus aufbewahrt. Einsiedlerkrebse 10, Gehäuse von Schnecken 370; von Muscheln 100; von Patellae 70; zusammen 540 Exemplare.[29] Von den niederen Ordnungen der Seethiere befanden sich in der Ausstellung 933, darunter 37 Seeigel, 15 Seesterne, 7 Quallen. Von Meeres-Polypen: 31 Corallenbildungen von St. Helena, 336 aus der Algoa-Bai, 3 aus der Tafel-Bai, 365 Schwämme aus der Algoa- und Tafel-Bai, 59 Schwämme in Spiritus und 7 aus der Tafel-Bai, zusammen 801 Exemplare;[30] schließlich 73 verschiedene niedere Meeresthiere.

Von den 1138 ausgestellten Versteinerungen habe ich etwa 60 Stück von den Herren Dr. Reed in Colesberg, Murray in Kuilfontein, Kidger in Cradock und Cook in Port Elizabeth zum Geschenk erhalten, die übrigen selbst gesammelt. Ferner befanden sich in der Ausstellung 1130 getrocknete Meeres-Algen, 364 Früchte und Samen, Holzarten, Schwämme etc., 3328 getrocknete Pflanzen im Herbarium, wovon ich 64 Exemplare zum Geschenk erhielt. An Mineralien waren 720 Handstücke ausgestellt.[31]

Nach siebenjähriger Abwesenheit von der Heimat konnte ich nicht länger die Sehnsucht bemeistern, meine Lieben und Freunde in Europa wiederzusehen. Allmälig entschwand die Küste bei Green Point und später die Kuppe des Tafelberges meinen Blicken. Der Ocean, dessen Beute ich vor sieben Jahren bald geworden wäre, bot diesmal ein Bild beglückenden Friedens und bewahrte mir auch seine Gunst, bis mein Fuß wieder europäischen Boden betreten hatte.

Am 5. August 1879 nahm ich an Bord des Dampfers German von Süd-Afrika Abschied. Meine Sammlungen wurden in einigen Partien heimgesendet. Die größte Sendung, circa fünfzig Kisten, brachte ich selbst mit. Von den mitgebrachten lebenden Thieren übergab ich den Caracal, zwei braune Adler und den Schlangenadler der zoologischen Gesellschaft zu London. Die übrigen nahm ich mit nach Oesterreich. Seine kaiserliche Hoheit Kronprinz Rudolph geruhte die Kronenkraniche huldvollst entgegenzunehmen, den Pavian, ein äußerst zahmes Exemplar, und einen der grauen südafrikanischen Kraniche übergab ich der Stadtvertretung von Prag für den Stadtpark, den dunkelbraunen Aasgeier und einen der langarmigen Zanzibar-Affen der Physiokratischen Gesellschaft.

In London erhielt ich während meines mehrwöchentlichen Aufenthaltes abermals Beweise von Hochherzigkeit einiger englischen Familien, welche es mir ermöglichten, meine Sammlungen nach der Heimat befördern zu lassen. Namentlich fühle ich mich Herrn Littleton, Sohn des Lord Hathurton, welcher mir 100 £ St. zur Verfügung stellte, und der Direction der Union Steam Ship Company, welche mir die ganzen Frachtspesen von Capstadt bis Southampton nachließ, zu größtem Danke verpflichtet.

In meiner Seele wurzelt der feste Vorsatz, so bald als thunlich wieder zurückzukehren, um meine Forschungen fortzusetzen, erstens um gewisse interessante Punkte, die ich nur vorübergehend besuchen konnte,[32] einer näheren Besichtigung zu unterziehen, zweitens um auf die in den letzten sieben Jahren gemachten Erfahrungen bauend, die Forschungen von Süd-Afrika nach Central-Afrika auszudehnen.[33]