Paula stieß einen Wehruf aus und schlug die Hände vor das Gesicht.

»Paula!« rief der Priester erschrocken und Toni sprang auf und eilte zu der Schwester hin – »Paula,« – er beugte sich über sie – »liebe Paula, was hab' ich Ihnen getan?«

»Müssen Sie davon sprechen?« brachte sie mühsam heraus. »Haben wir uns nicht gelobt, nie, nie den Abschied zu berühren? ... Und nun malen Sie die Zukunft so deutlich aus ...«

Sie erhob sich, nahm Toni bei der Hand und ging, ehe er's hindern konnte, rasch aus dem Zimmer.

Eine halbe Stunde später kam der Arzt nach Hause. Er fuhr zusammen, als er, in das Wohnzimmer tretend, den Geistlichen am Tisch sitzen sah ... Harteck erblickte ihn, stand auf und verbeugte sich stumm. Die Blässe und Alteration seiner Züge entgingen dem Arzt keineswegs; aber er hatte sich bereits gefaßt und fragte den Priester so ruhig wie möglich nach seinem Begehr.

Mit abgerissenen Worten brachte Harteck vor, was Paula ihm zu sagen aufgetragen hatte. Der Arzt ersuchte ihn, Rock und Weste abzulegen, und als Harteck dem nachgekommen war, lehnte jener das Ohr an seine Brust und bat ihn, tief Atem zu holen. Er untersuchte ihn aufmerksam, befühlte seinen Puls und fragte ihn dann: »Husten Sie öfters?«

»Im Herbst und Frühjahr beständig. Ich erkälte mich überhaupt sehr leicht.«

»Haben Sie Schmerzen?«

»Nein.«

»Auch nicht zwischen den Schulterblättern, wenn Sie zum Beispiel viel gegangen sind?«