Theodor Herrmann Pantenius, geb. am 22. Okt. 1843 in Mitau, Redakteur des »Daheim«, gehört zu den weniger bekannten Romanciers. Von seinen Romanen, deren Stoff meist seiner kurländischen Heimat entnommen ist, gelten als beste »Wilhelm Wolfschildt« und »Allein und frei«; sein in Livland spielender Roman »Die von Kelles« zählt zu den besten Schöpfungen der deutschen Litteratur.

Peter Rosegger, geb. am 31. Juli 1843 in Krieglach in Steiermark, erlernte zuerst das Schneiderhandwerk und wurde von dem Herausgeber der »Grazer Tagespost«, Albert Swoboda, für die Litteratur entdeckt. R. ist ein Autor von großer Gestaltungskraft und Phantasie, der sich seine Heimat, die steirischen Alpen, zur Domäne erkoren hat. Obwohl er der Tendenz nach Idealist ist, sind seine Schilderungen des Bauernlebens doch durchaus realistisch. Aus der Zahl seiner Werke – Rosegger ist einer der produktivsten Schriftsteller, der gewissenhaft jedes Jahr seine 2, 3 Bände liefert –, heben wir hervor: »Die Schriften des Waldschulmeisters«, »Heidepeters Gabriel«, »Dorfsünden«, »Der Gottsucher«, »Neue Waldgeschichten«, »Höhenfeuer«, »Jakob der Letzte«, »Martin der Mann«, »Der Waldvogel«, »Das ewige Licht«, »Erdsegen«.

Karl Stieler, geb. am 15. Dez. 1842 in München, gest. 1885, der Dichter frischer, fröhlicher »Hochlandslieder«, machte den Krieg 70/71 mit und schrieb »Durch Krieg zum Frieden 1870/1«. Von seinen oberbayrischen Gedichtsammlungen, die auch in Norddeutschland weite Verbreitung fanden, nennen wir: »Bergbleameln«, »Habts a Schneid!?«, »Hochlandslieder«, »Neue Hochlandslieder«, »Um Sunnawend«, »Weil's mi freut!«

Hermann von Schmid, geb. am 13. März 1815 in Weizenkirchen (Österreich), gest. 1880, wurde durch seine bayrischen Dorfgeschichten bekannt. Von seinen historischen Werken hat der vierbändige Roman »Der Kanzler von Tirol« die meiste Beachtung gefunden.

Maximilian Schmidt, geb. am 25. Febr. 1832 in Eschlkam, wählte als Hintergrund seiner Erzählungen den Bayrischen und Böhmer Wald. Seine Werke zeichnen sich durch volkstümliche Darstellung, hübsche Naturschilderungen und treffende Charakteristik aus. (»Gesammelte Werke« 1884 u. ff.)

Ludwig Ganghofer, geb. am 7. Juli 1855 in Kaufbeuren, verlegt den Schauplatz seiner Romane und Schauspiele meist in das bayerische Hochgebirge. Von seinen konventionell-volkstümlichen dramatischen Arbeiten fanden besonders »Der Herrgottsschnitzer von Oberammergau« und »Der Prozeßhansl« Anerkennung, obwohl seine »Jagerleut« die Verwandtschaft mit dem »Salontiroler« nicht verleugnen können. Zu seinen besten Romanen und Novellen, in denen die Natur meist symbolisch verwertet wird, zählen »Hochlandsgeschichten«, »Der Klosterjäger«, »Die Martinsklause«, »Der laufende Berg«.

Arthur Achleitner, geb. am 16. Aug. 1858 in Straubing, machte sich durch seine Schilderungen aus dem Wild- und Waidmannsleben der Hochgebirge bekannt. (»Geschichten aus den Bergen«, »Grüne Brüche«, »Grenzerleut'«, »Der Stier von Salzburg«, »Der Hirsch von Eßlingen« u. a.)

Johann Meyer, geb. am 5. Jan. 1829 in Wilster in Holstein, veröffentliche plattdeutsche Erzählungen und Schwänke, »Dithmarscher Gedichte« und hochdeutsche »Lyrische Gedichte«, die ein eigenartiges poetisches Talent bekunden.

Joh. Heinrich Fehrs, geb. am 10. April 1838 in Mühlenbarbeck, begann mit Epen (»Krieg und Hütte«, »Eigene Wege«) und schloß daran plattdeutsche Erzählungen und Gedichte. (»Lütt Hinerk«, »Allerhand Slag Lüd«.)

Timm Kröger, geb. am 29. Nov. 1844 in Haale (Holstein), debütierte mit dem Novellenband: »Eine stille Welt«, der Bilder und Geschichten aus Moor und Heide enthält, die sich durch feinsinnige Naturbetrachtungen auszeichnen. Ein kleines Meisterwerk ist sein psychologischer Roman »Der Schulmeister von Handewitt«, der in 2. Auflage unter dem Titel: »Schuld?« erschien.