Heinrich Hansjakob, geb. am 19. Aug. 1837 in Haslach in Baden, ist ein Meister der Dorfgeschichte, der zwar in seinen Schriften den katholischen Priester nicht verleugnet, dies aber durch einen urwüchsigen Humor und echtes Empfinden vergessen läßt. (»Aus meiner Jugendzeit«, »Aus meiner Studienzeit«, »Wilde Kirschen«, »Schneeballen«.)

Hermine Villinger, geb. am 6. Febr. 1849 in Karlsruhe, legte den Schwerpunkt ihres litterarischen Schaffens auf die Dorfgeschichte. »Aus dem Kleinleben«, »Unter Bauern«, »Kleine Lebensbilder«, »Aus dem Badener Land« u. a. enthalten reizende, humorvolle Genrebilder aus dem badischen »Ländle«.

Clara Viebig (Mädchenname von Clara Cohn), geb. in Trier, entnimmt den Stoff ihrer oft graß naturalistischen Werke mit Vorliebe dem Gebiete der Eifel. Sie debütierte 1897 mit der Novellensammlung »Kinder der Eifel«, denen weitere Novellen (»Vor Tau und Tag«), die Romane »Dilettanten des Lebens«, »Es lebe die Kunst!« und »Das Weiberdorf« folgten, die jedoch künstlerisch nicht auf der Höhe ihrer ersten Publikation stehen. Eine ihrer Eifelgeschichten lieferte den Stoff zu ihrem Drama »Barbara Holzer«. Ihr neuestes Bühnenwerk »Pharisäer« spielt im Posenschen.

Adolf Bartels, geb. am 15. Nov. 1862 in Wesselburen, erwarb sich als Litterarhistoriker der Kunstwart-Schule einen Namen. Seine historischen Romane »Die Dithmarscher« und »Dietrich Sebrandt« sind vom streng geschichtlichen Standpunkt aus geschrieben.

Charlotte Niese, geb. am 7. Juni 1854 in Burg auf Fehmarn, gewann durch ihre schleswig-holsteinischen Geschichten (»Aus dänischer Zeit«, »Geschichten aus Holstein«, »Auf der Heide«) die Gunst des Lesepublikums, so daß man über ihre Schwäche, die Socialdemokratie in Romanen zu bekämpfen, hinwegsieht.

Ilse Frapan (Pseudon. für Ilse Levien), geb. am 3. Febr. 1852 in Hamburg, ist ein starkes dichterisches Talent, dem auch der Humor nicht fremd ist. Sie gab heraus: »Bescheidene Liebesgeschichten«, »Zwischen Elbe und Alster«, »Enge Welt«, »Zu Wasser und zu Lande«, »Querköpfe«, »Flügel auf«, »In der Stille«, sowie einen Band »Vischer-Erinnerungen«.

August Sperl, geb. am 5. Aug. 1862 in Fürth, machte sich durch »Die Fahrt nach der alten Urkunde«, sowie durch den historischen Roman: »Die Söhne des Herrn Budiwoj«, der König Ottokars Glück und Ende und das Erstehen des habsburgischen Königshauses behandelt, bekannt. In dem Epos »Fridtjof Nansen« schilderte er mit Glück die Nordlandsfahrt des modernen Fridtjof.

Heinrich Sohnrey, geb. am 19. Juni 1859 in Jühnde bei Göttingen, Herausgeber von »Das Land«, zeigt eine gewisse Verwandtschaft mit dem früh verstorbenen Heinrich Schaumberger, und gilt als einer der besten Vertreter der Dorfgeschichte. (»Die Leute aus der Lindenhütte«, »Der Bruderhof.«)