Wilhelm Busch, geb. am 15. April 1832 in Wiedensahl bei Stadthagen, ist der bedeutendste zeitgenössische komische Humorist und Zeichner, wenngleich seine Wirksamkeit hauptsächlich in die 60er und 70er Jahre fällt. Seine Schriften (»Max und Moritz«, »Hans Huckebein«, »Der heilige Antonius«, »Die fromme Helene«, »Herr und Frau Knopp« u. a.) erlangten eine ungeheuere Verbreitung. Seine letzten Werkchen: »Eduards Traum« und »Der Schmetterling« sind symbolische Prosamärchen, die den Idealismus ironisieren.
Hans Hoffmann, geb. am 27. Juli 1848 in Stettin, zählt zu den besten Novellisten der Gegenwart. (»Von Frühling zu Frühling«, »Geschichten aus Hinterpommern«, »Ostseemärchen«, »Allerlei Gelehrte«, »Aus der Sommerfrische«.) Auch als Romanschriftsteller ist H. wiederholt hervorgetreten und hat sich auf diesem Gebiet als ein feinsinniger Dichter erwiesen, dem die seltene Gabe des Humors wie wenigen zu Gebote steht. (»Der eiserne Rittmeister«, »Landsturm«.) Ein echt nationales, von historischem Geiste getragenes Werk ist sein großer 3bändiger Roman: »Wider den Kurfürsten«.
Heinrich Seidel, geb. am 25. Juni 1842 in Perlin, wurde Ingenieur, dann Schriftsteller in Berlin. Er ist der Dichter der kleinen behaglichen Lebensverhältnisse; seine Poesie und seine Ideale haben einen philiströsen Zug und es sind fast immer dieselben Mittel (Pastorenhaus, Fliederbüsche, Tabakspfeife und schüchterne Liebhaber), mit denen er in seinen Lebrecht Hühnchen-Geschichten operiert. (»Aus der Heimat«, »Vorstadtgeschichten«, »Lebrecht Hühnchen u. a. Geschichten«, »Neues von Lebrecht Hühnchen u. a. Sonderlingen«, »Lebrecht Hühnchen als Großvater«, »Gesammelte Gedichte« u. a.) S's. Autobiographie führt den Titel »Von Perlin nach Berlin«.
Victor Blüthgen, geb. am 4. Januar 1844 in Zörbig, ein liebenswürdiger, feinsinniger Dichter, schrieb Gedichte (vor allem Kinderreime), Novellen und Humoresken (»Henzi u. a. Humoresken«, »Badekuren«, »Amoretten« etc.) Von seinen Romanen sind »Der Friedensstörer«, »Aus gährender Zeit«, und »Der Preuße« zu nennen.
Die Behaglichen.
Julius Stinde, geb. am 28. Aug. 1841 in Kirch-Nüchel in Holstein, führte die »Frau Buchholz«, den Typus des Berliner Spießbürgertums, in die Litteratur ein und wurde durch zahlreiche Auflagen seiner Werke dafür belohnt. Von seinen weiteren Schriften fanden noch die »Waldnovellen« und »Pienchens Brautfahrt« größere Verbreitung.
Johannes Trojan, geb. am 14. August 1837 in Danzig, Redakteur des Kladderadatsch, schrieb hübsche, humorvolle Kinderlieder und eine Anzahl ansprechender Gedichte: »Scherzgedichte«, »Für gewöhnliche Leute«, »Das Wustrower Königsschießen u. a. Humoresken«.
Julius Lohmeyer, geb. am 6. Okt. 1835 in Neisse, machte sich als Jugendschriftsteller einen Namen, ohne jedoch auf diesem Gebiete viel mehr als guten Willen und einen bescheidenen liebenswürdigen Humor mitzubringen. (»Gedichte eines Optimisten«, »Die Bescheidenen«, »Humoresken« u. a.)