Was du tust, setze stets in Beziehung auf der Menschen Wohlfahrt; was dir widerfährt, nimm hin und beziehe es auf die Götter, als auf die Quelle aller Dinge, aus der jegliches Geschehen herausfließt.

22

Habe acht auf das, was dir gerade vorliegt, sei es eine Ansicht oder ein Geschehnis oder ein Ausdruck! Sonst geschieht dir ganz recht. Du willst lieber erst morgen gut werden, als es heute schon sein.

23

Was siehst du beim Baden? Öl, Schweiß, Schmutz, klebriges Wasser — ­lauter ekelerregende Dinge. Von ebender Art ist jeder einzelne Teil des Lebens und was darin vorkommt.

24

Lucilla sah den Verus sterben, nachher starb auch Lucilla, Secunda den Marimus und dann folgte ihm Secunda, Epitynchanus den Diotimus und bald folgte diesem Epitynchanus, Antoninus die Faustina und dann folgte ihr Antoninus nach, Celer den Hadrian und dann starb auch Celer. So ging´s mit allen.

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Jene scharfsinnigen Menschen, jene Zukunftsdeuter, jene Hohlköpfe — ­wo sind sie? Wo, z.B., die scharfsinnigen Männer wie Charax, Demetrius, die Platoniker, Eudämon und andere der Art? Alle vergänglich und längst schon tot. Von einigen hat sich nicht einmal auf kurze Zeit ein Andenken erhalten. Aus anderen wurden Helden der Fabel; andere wiederum verschwanden bereits aus dieser Reihe. Gedenke also dessen, daß auch dein Körperbau sich auflösen, sein Lebensgeist erlöschen oder auswandern oder sich versetzen lassen muß.

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