Die Freude der Menschen besteht darin, wahrhaft menschlich zu handeln.
Wahrhaft menschlich ist aber das Wohlwollen gegen seinesgleichen,
Verachtung der Sinnenreife, Unterscheidung bestechender Vorstellungen,
Betrachtung der Allnatur und ihrer Wirkungen.

27

Für den Menschen sind dreierlei Beziehungen wichtig, erstens die zu seiner eigenen, ihn umgebenden Körperhülle, zweitens die zu seinem göttlichen Ursprung der alles bewirkt, und drittens zu den Zeitgenossen.

28

Der Schmerz ist entweder für den Leib ein Übel — ­dann geht er nur diesen etwas an — ­oder eines für die Seele. Die Seele kann aber ihre Heiterkeit und Ruhe bewahren und den Schmerz deshalb für kein Übel nehmen. Denn Urteil, Trieb, Neigung und Abneigung haben sämtlich ihren Sitz im Innern. Und kein Übel kann da eindringen.

29

Unterdrücke deine Einbildungen und sage dir bei jeder Gelegenheit: Nun steht es doch bei mir allein, keine Bosheit, keine Begierde und überhaupt keine Leidenschaft in der Seele aufkommen zu lassen. Dagegen will ich alles nach seinem Wesen betrachten und seinem Wert entsprechend benutzen. Vergiß nicht diese dir von der Natur geschenkte Gabe!

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Rede würdevoll im Senat wie im geselligen Verkehr, ohne affektiert zu werden. Rede mit gesunder Vernunft!

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