Was für ein lächerlicher Fremdling auf Erden ist der, der über irgendein
Ereignis in seinem Leben erstaunt.

14

Ist alles eine unabänderliche Notwendigkeit, wie kannst du widerstreben? Gibt´s aber eine Vorsehung, die sich versöhnen läßt, so mache dich des göttlichen Beistands würdig! Ist aber auch dieses nicht das Richtige, ist vielmehr alles nur die planloseste Verwirrung, dann sei froh, daß du selbst mitten in diesem Wirrwarr an deinem Geiste ein leitendes Triebrad besitzest. Wohin dich nun auch jene Strömung treiben mag — ­mag sie den Leib, die Seele, alles mit hinwegführen, den Geist wird sie nicht mit sich fortführen!

15

Das Licht der Lampe scheint, bis man es auslöscht; nicht eher gibt es seinen Strahl ab. Soll denn die Wahrheit, die Gerechtigkeit und Besonnenheit in dir eher verlöschen?

16

Wenn jemand dir die Meinung beigebracht, er habe sich vergangen, weißt du auch gewiß, ob es ein Vergehen ist? und wenn er sich wirklich vergangen hat, ist er selber auch der Meinung? Oder gliche er dann nicht einem Menschen, der sich selbst das Auge auskratzt? Wer überhaupt verlangt, daß der Lasterhafte nicht fehlen soll, kommt mir vor wie einer, der nicht will, daß der Feigenbaum den Feigen Saft gibt, daß die Kinder schreien, daß Pferde wiehern und dergleichen natürliche Dinge mehr. Denn was soll er tun, hat er die Anlage dazu? Hast du den Mut, heile ihn!

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Was sich nicht ziemt, das tue auch nicht, und was nicht wahr ist, sage nicht. Dein Hauptbestreben sei jederzeit, das Ganze im Auge zu haben.

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