Sieh immer auf das Ganze und mache dir klar, was in dir gerade die Vorstellung erzeugt, indem du daran die Urkraft, den Stoff, den Zweck, die Zeit, in der etwas wieder aufhören muß, unterscheide.

19

Merkst du endlich, daß etwas Besseres und Göttlicheres in dir ist, als das, was die Leidenschaften hervorruft und was dich bald hierin, bald dorthin zieht, gleich einer Puppe? Was waltet jetzt in meinem Denken? Ist´s Furcht, Argwohn oder Begierde oder etwas anderes?

20

Fürs erste: Handle nicht ohne Ursache, nicht ohne Zweck! Zum anderen:
Suche nichts anderes als den allgemeinen Nutzen zu erreichen!

21

Binde dich an keinen Ort, an nichts von dem, was du jetzt siehst, an keinen derer, die jetzt leben. Denn das alles ist wandelbar und wird vergehen, um anderen Platz zu machen.

22

Alles ist Vorstellung, und diese hängt von dir ab. Räume, wenn du willst, die Vorstellung aus dem Weg, und du wirst wie ein Seefahrer, der das Vorgebirge umschifft hat, auf ruhiger See in die windstille, wogenfreie Bucht einfahren.

23