In dem alphabetischen verzeichnis am schluße, das die topographischen anmerkungen enthält, sind die namen von straßen, welche heute noch dieselben sind, wie ehedem, nicht verzeichnet worden. Man kann sie leicht auf jedem plane der stadt Nürnberg, deren eine große zahl existiert, finden. Für solche, die sich eingehender für diesen theil der arbeit interessieren, darf auf den stadtplan verwiesen werden, der dem 1 bande der Nürnberger chroniken beigegeben ist.
Zum schluße erlaube ich mir noch einen wunsch auszusprechen. Möchte doch das baumeisterbuch Endres Tuchers, das so viel werthvolles material enthält, einen berufenen mann anregen, seine kräfte der erforschung der Nürnbergischen topographie zuzuwenden. Unsere philologen haben sich so viele mühe gegeben, die topographien Roms und Athens bis in die kleinsten einzelheiten zu ergründen und festzustellen; sollte unser altehrwürdiges Nürnberg nicht einer gleichen mühe werth sein? Das wäre eine aufgabe für die localhistoriker, die hier eine arbeit fänden, durch welche sie sich wirkliche und nachhaltige verdienste um die wißenschaft erwerben könnten und zu der sie sicher mehr beruf und geschick hätten, ab zu den elaboraten, womit ihre mehrzahl in der regel die gelehrte weit heimsucht.
Dr. Friedrich von Weech.
[1461.]
[ija] Nachdem und herr Hanns Coler des paumeister amptz abstunt und das einem erbern ratt aufgabe in dem ein und sechtzigsten jare in der vasten, also ward ich Endres Tucher von einem erbern [ratt] hie bestellet zu der stat paumeister ampt, und darnach in dem selben jare zu dem newen rat thet ich gehorsam und pin nun in das viert jare der stat paumeister gewest. also hab ich gemerckt ettliche ordenung altes herkomens, auch bestellung der werckleut, allerlei zeugs und mancherlei, das einem der stat paumeister zu steet, angeet und im nöt ist zu wissen, des alles doch kein eigentliche verzeichnus vorhanden gewest ist. darumb hab ich mit hilf Conrat Gürtlers, ietzunt auf der Peunt gesessen, der dann ein schaffer und anschicker ob der stat pewen pei sibenundzweintzig jaren gewesen ist, nemlich pei Hansen Graser, Stefan Schuller, Lutzen Steinlinger seligen und herrn Hansen Coler, alle paumeister, und nun pei mir im vierden jare schaffer und anschicker ist, die hernach geschriben stuck auf gezeichent, wie der ettliche vor alter mit guter gewonheit herkomen sein, auch wie ich das ietzunt halt und außricht, darauß und darnach sich kunftiglichen ein stat paumeister gerichten mag. nit das es pei den hernach geschriben stucken und artickeln allweg also besteen oder beleiben solle, oder das ich kunftige paumeister lernen oder unter richten wolle, des sie vor mer dann ich wissen etc. dann sich die ding alle sam teglichs verkeren und endern in ein und ander, so mag aber doch ein paumeister auß dem allen abnemen, wie es vor gehalten worden ist, und sich auch dester paß kunftiglichen darnach wissen zu richten etc. und soliche verzaichnuss ist gescheen und gemacht worden nach Cristi gepurt viertzehenhundert und in dem vier und sechtzigsten jare zu aller heiligen tag [Nov. 1]. mer so ist darnach und darzu in das puch geschriben und das alles geendt und beslossen worden zu aller heiligen tag im sibenzigsten [jare].
[xxja] Durch anzeigung dieses nachgeschriben kolenders vindet man eins ieden tags was ein paumeister desselben tags oder in derselben wochen gescheft oder zu thun hatt, die er dann auf die selben oder ander tag wenn es im eben ist außrichten mag etc. und wie woll in dem hernachgeschriben puch gar vill stuck sein, die ein paumeister wissen und in acht haben soll über jare, dieselben man aber nit alle nach dem kolender außrichten mag, sunder unter allen anderen hab ich die außgezeichent und in den kolender pracht, die dann ein paumeister auf dieselben tag und wochen ungeverlichen außrichten mag oder bestellen, das die außgericht werden, dardurch dester minder saumnuss geschicht. nachdem der stuck und artickel on zall und so vil ist, das die ein paumeister nit woll alle in dem sinne allewege pei anderen teglichen zufellen und gescheften getragen mag, darumb hab ich diesen kolender zu einer vermanung gemacht.
Am ersten so steet in dem hernachgeschriben kolender, das aber in anderen gemeinen kolendern nit steet, nemlich der vassnacht, die ostern und pfingst veiertag und der tag, so man das hochwirdig heiligtumb hie weist, auch die vier goltfasten tag, unsers herren leichnams tag; und das G ist suntag pustaben gerechent. und dieselben tag der vassnacht, ostern, pfingsten sein doch also außgemessen, das die über viertzehen tag nit mugen hinfur noch hinter nimmer mer kunftiglichen keines jars gefallen; wo die tag aber hin fur oder hin hinter gefallen anders dann sie ietzunt steen, so prenget es doch an diesem furnemen kein irrung, wann darinnen doch allweg zu vinden ist, was man thun sol etc.
Zu dem andern so ist der kolender also zu versteen, das man muß suchen in der liny eines ieden tags, den man wissen oder haben will, do steet am ersten nach dem heiligen tag: folio 165 oder 27 etc. das bedeutet dasselb plat hinden in dem puch, das muß man erstlichen suchen, und so man dasselb plat hat so muß man wider sehen in den kolender und in derselben liny suchen, was pustaben noch der [zale des folio] geschriben steet. den oder dieselben pustaben muß man dann suchen, an dem vorgeschriben plat, das man gefunden hat, do steen der oder dieselben pustaben versals weiß mit ruberiken geschriben, und alsdann den oder dieselben artickel lesen, der oder dieselben [artickel] zu erkennen geben und klerlichen innhalten, was desselbigen tags oder wochen ungefehrlichen zu thun ist, und also mag man verrer suchen desselben tags in derselben liny die ander zall der folio und nach den pustaben, die darnach steen, dieselben versale, so vindet man desgleichen in denselben artickeln über jar eins ieden tags, was ein paumeister zu thun hat.