[153b] Item waß sust mer prucklein uber den Vischpach geen vor der stat und in der stat vor den heusern allenthalben, die geen der stat paumeister nit an, und der bedarf der stat paumeister auch nit machen lassen.
So muß nun des pachs auch eben war nemen hinnen in der stat und zuvoraus im winter, das man des nit zu hoch loß auf schutzen, oder die lederer mit iren heutten icht ein stemmung machen, oder das icht pretter und waschpenck im pach sein, oder die prucklein, [die] vor den heusern an ettlichen enden sein und zu nider ligen, an dem und anderem sich der pach leicht zu sere stemmen mag und außlauffen und ein eis machen, das vill schadens geschicht, und sunderlich, wenn eisschellen im pach geen, das sich die vorauß an den gittern über den eusseren statgraben icht anlegen oder swellen, dardurch der pach über die truhen in [den] statgraben fellt, das dann wol gescheen ist, das dann sere am gemeur und grünten schaden thut: das alles soll ein paumeister mitsampt dem Gürtler und vorauß der knecht, so ein paumeister zu dem pach bestellt, als vor steet, in gutter acht haben etc.
[154a] Von abschlahung und pesserung des Vischpachs.
Man hat von eines erbergen ratz wegen, und also vor langen jaren herpracht, allwegen drei redlich menner gepetten, als ietzunt sind Heintz Unger, pirprew, Cristan Lössel, ferber und Erhart Weyler, lederer, das die von gemein nutz wegen zu dem Vischpach gesehen haben, und alle jare umb sant Michels tag [29 Sept.] den pach mit gunst und wissen eines erberen ratz haben lassen versetzen und abslahen pei des Ammans weier, wie vor steet etc. und wenn man den also hat wollen abslahen, so hat man das allewegen acht tag vor auf der cantzel zu sant Laurentzen verkundt durch ein puttel auf das, das sich die verber, lederer und ander am pach darnach wissen zu richten. und sie haben dann denselben pach allen durch die stat auß und also vor der stat piß zu des Ammans weier an das schutzpret lassen außwerfen und raumen. und dann bestellt man, dasselb kott und [ertrich], was des in der stat ist gewest, auß zu furen vor die thore; was aber vor der stat ist gewest hat man auf den rangen am pach ligen lassen. auch haben dann dieselben Vischpachmeister den pach mit Reuhelperckstein in der stat pessern und flicken lassen, und ie zu zeitten ein jare ein hundert minder oder mer quader verflickt, auch am grunt und podem mit eichen prettern in der stat belegt, und vor der stat haben sie den pach mit holtz und pfellen darfur geslagen und auß geladen, auch an ettlichen enden mit stein [versetzt], das der pach in seinem wesen beleib und nit auß lauft.
Solche arbeit ist gescheen dann in acht tagen ungeverlichen. so hat man dan den pach herwider ein lassen lauffen und den obgeschriben Vischpachmeistern dann geliben und zugeben zwen püttel, die dann mit ine auf zweien seitten am pach in der stat umbgangen sein mitsampt einem schreiber, den sie darzu namen und von den leuten einsamenten das gelt, das sie dann also eingesament haben (von einem zwen, drei, vier, funf, [sechs], siben [[pfenning]], darnach sie die leut an der vermuglichkeit erkannt oder gesehen haben, aber ferbheuser, pirprewer, lederer, weschin und pader haben ieder zwen groschen geben) und mit den pütteln darumb gepfent. des geltz ist ie ein jare pei dreuhundert oder vierdhalbhundert pfunt alt ungeferlichen gefallen, darvon sie dann soliche taglon, holtz und stein bezalt haben. auch haben sie drei und zwen püttel mit sampt einem schreiber von dem gelt gezert drei oder vier tag, wenn sie also nach dem gelt umbgangen [154b] sein und sust nit. darvon so haben sie dann auch den putteln und einem schreiber, der mit gangen ist und die absentes angezeichet hat, ein trinckgelt geben; aber sie selber haben davon nichtz gehabt dann einer vier oder funf mol etc. und des Vischpach geltz sein sie, dieselben Vischpachmeister, gefreiet gewest, also das sie nichtz geben haben.
Auch haben die Vischpachmeister einen eigen gesellen bestellet und geben dem alle jare pei acht pfunden alt, der alle tag auf das minst ein mol des tags am Vischpach auf und abe gee in der stat und do sein aufsehen habe, das niemant den pach verlichen versetze oder aufswell anders, dann das er dennoch überfall und auch nit auf das pflaster stemme, das auch niemantz nichtz von schaffen oder andern dingen in pach legt, oder wessern noch einquellen, was er des darinnen vindet herauß werf und das den leutten untersage, wo sie des nit abgeen, das er sie dann pfendt und soliche schaff und anders neme und laß mit im reden.
Niemant soll auch kein heimlich gemach in den Vischpach leitten noch auf zehen stat schuch auf das minst hinzu nit haben; wer das überfür, der must geben alle tag ein pfunt haller, als in dem statbuch steet folio hundert und sechtzig.
Ein erberger ratt hat im sechsundsechstzigsten jare zu sant Michels tag zu hertzen genomen, das man also ettwevil und lange jare her am Vischpach also gepessert und geflickt hat, das aber doch nit verfencklich und verhaft gewest ist, wie wol das an gelt auch nit zu gangen ist etc. also hat man mir als einem paumeister befolhen, kunftiglichen [noch] Kornpergstein zu gedencken und bestellen, das des Vischpachs in der stat alle jar einen ort mit Kornperckstein gemacht und besetzt werd; und nachdem [155a] das mer kost, so sollen alle die, die vor ein pfenning geben haben, zwen pfenning, und die einfluß haben, vier pfenning geben. darauf dann die schrift wirt auf der cantzellen gelesen zu sant Laurentzen als hernach geschriben steet:
»Nachdem man den Vischpach jerlichen abgeslagen und die scheden und geprechen, der ettwan weit und lanck, verkumen und gepessert, und das gelt von den leutten, die daran und darumb gesessen, noch ir ieglichs vermugen und pesserung desselben Vischpachs genummen und eingesammet hat; wann aber solicher pesserung mit santstein nit verfencklichen sunder unverhaft und kurtzlichen abnemen sein will, so ist ein rat umb gemeins nutz willen daran komen und will denselben Vischpach von heut über acht tag aber abslagen und den hinfur nit mer mit santstein sunder mit Kornpergstein pessern und machen, und das gelt von allen den, die an und umb denselben Vischpach sitzen, es seien eigen hausgenossen oder insessen, was sie vormals geben haben hinfur zwifach, und von den, die von demselben pach ein oder zufluß haben, vierfach nemen.«
»Es wollen auch dieselben unser herren vom ratte, so man solichs gelt sammen und einpringen will, sich ein ieder, den das berürt, doheim vinden loß, und das gütlich unverzogenlich außricht und bezall; wann wer des nit tet, den wurt man fur solich gelt pfenten, und es mocht sich iemant so ferlichen darinnen halten, in wolt ein rat darzu stroffen, nachdem er zu ratte wurde. auch alle die, die prücklein vor iren heusern haben über den Vischpach, sullen die selber aufheben und abtragen lassen auf das, das man desterpaß darzu gesehen und darunter geraumen mug; darnach so wisse sich meniglich zu richten. auch welliche die weren, die umb ein taglon an dem Vischpach wolten helfen raumen und fegen, die sollen als von morgen montag über acht tag früe zu dem garauß mit iren schauffeln komen, und sich pei dem weissen thuren vinden lassen.«