[155b] Als die Vischpachmeister solichs [vernamen], kamen sie und prachten mir eine eisne püchsen, darinnen pei ailfthalb pfunt alt geltz, das in der püchsen des alten eingenomen geltz was etc. und begerten darauf urlaub von mir und meinten, ich solt nun furpaß das dinck außrichten etc. also sagt ich ine, ich het nit urlaub zu geben und patt sie auf das aller freuntlichst, das sie also lenger mit mir ob den dingen sein wolten, des ich sie dann noch pißher alle jare kaum über pitten kan, das sie mir also darzu helfen.
Und also wird ich pei dreien wochen vor sant Michels tag mit den Vischpachmeistern eins, auf welche wochen man den pach mocht abslahen. darinnen muß man bedencken, das man ein gantze wochen fur sich neme, auch das das geschee vor sant Michels tag, so ist das wetter allweg [wermber] und der tag pei einer zimlichen leng, dann er ist nach sant Michels tag; dann man des pachs nit wol geratten mag in der stat, also waß er über acht tag aussen ist, so schreit iederman dorüber. wenn wir uns dann also einer zeit vereinen, do preng ich das an ein ratt, das ein ratt auch sein willen darzu geb und darzu leihe zwen püttel, die das Vischpach gelt helfen einsamen und der einer die vorgeschriben zettel auf der cantzel less zu sant Laurentzen; doch hab ich die zu zeitten einen schreiber lesen lassen. das soll gescheen alspald man den segen zu unser lieben frawen mess geben hat und die schuler in der kirchen herab sten und man umbgeen will, in der weil sich derselb priester im sagerer ab tut und ee man den weichprunnen gibt etc. so ist das [meinst] folck in der kirchen. das hab ich ettliche jare her also bestellt zu thun.
Darnach von demselben suntag über acht tag so hab ich bestellt mit der stat pflasterer zwen oder drei und in darzu des Gürtlers pfert mit einem karrn und hawen und schauffeln gelihen; dorpei ist auch der gesell, der des schutzpretz wart und den schlussel darzu hat pei des Ammans weier. dasselb pret lest man dan fur vallen und verlegt das hinden [156a] mit einem karrn vol wasens, die man darzu aufhawen und füren muß. das geschicht also allewegen nach mittag, das man den pach also versetzt, so verlauft in der nacht das wasser überall.
Am selben suntag, so man den pach versetzet, so hat der Weyller, lederer, der ein Vischpachmeister, allweg bestellt, das nach der vesper oder umb zwei gen nacht der krottenmullner ein slegel gezogen hat ob seiner müll, dardurch der pach in die Begnitz felt an demselben ent, und hat dopei zwen tagloner bestellt, die im Wert und also unter dem gewelb ob der Kröttenmüll gestürt haben, damit der pach das meist kott in die Begnitz gefurt hat, dan an demselben ente unter dem gewelb der pach wol acht schue tieff ist und als mit kott, das über jar in pach kumpt, allenthalben an dem ent verlegt und do ligent pleibt, das man dann nach rat der müllner und werckleut hat gantz außgeschut und darauf gepruckt und den poden durchauß im Wert erhaben piß zu der Almusenmüll hinauf, auch den slegel verschut, dann ein rechte mördersgrub und höll doselbst under dem gewelb und prucken, das woll acht schue tieff und pei hundert schuen lanck was an dem ent, also das man desselben stürens noch slegelziehens kunftiglichen nit mer bedarf.
Darnach am montag früe so sein die drei Vischpachmeister pei dem weissen thurn und bestellen do ein achtzehen oder zweintzig lederer und ander gesellen umb ein taglon. als nemen dann der Vischpachmeister ieder ein sechs oder siben derselben gesellen zu im, und die zwen der Vischpachmeister heben dann an zu fegen am Vischpach pei dem weissen thuren, der ein die Preittengassen, der ander die gassen über den Rossmarckt und fur sant Laurentzen hinumb auch piß an die Pfandsmitgassen, und der ein dann furauß die Fleischgassen an die statmaur, der ander mit sein gesellen vom weissen thurn hinauß und hinder dem teutschen haus herumb und darnach die öberen und underen Ledergassen und auf das letzt im Wert das kott piß auf den pretterten poden allenthalben auß dem pach auf haufen zu slahen. wenn sie pede [156b] die zwen Vischpachmeister dann also in der stat geraumpt haben, darzu sie auf das minst zwen tag haben müssen, so gen die pede dann mit iren gesellen fur die stat und heben an voren am statt graben und werfen und raumen das kott auch auß, das in dem jare darein gerunnen ist, also fur den Tafelhoff und durch den underen und oberen Galgenhoff pieß hinauf an das schutzpret pei des Ammans weier etc. auch soll man alle jare in denselben greben hinauf die stauden, so in und über den Vischpach hangen und gewachsen sein, abhawen, dann im winter so legt sich der schnee darauf und druckt sie in pach und gefreust dann also; doran swellt sich dann der pach und lauft auß, das sust nit geschicht.
So hebt der drit Vischpachmeister mit sein sechs oder siben gesellen an auch an demselben vorgeschriben montag und hat im darzu vorbestellt zwen maurrer mit einem steinkaren und anderm irem zeug und püst ettlich new stein ein allenthalben in der stat am pach, wo sein not thut und die alten erfault und schaden genomen haben, zu zeitten ein hundert sechtzig und viertzig stein, darnach sein not thut. solich stein die haben die Vischpachmeister umb sant Jacobs tag ie zu zeitten füren und hawen lassen, aber sider man den pach mit Kornpergstein macht, so püst man mit den alten stein, die man aufhebt und sust verkauft, die püst man also ein, wo sein nott ist. wenn dan soliche pesserung in der stat geschicht, so flicken sie dann vor der stat am pach hinauf piß zu dem schutzprett an des Ammans weierhaus hinauf; wo sein not ist so [legt] man das auß mit holtz und slecht darfur eichen pfell, oder ettlichen enden versetzt man das mit quadern vor der stat. auch mit den dingen hat der drit Vischpachmeister auch zu thun vier oder funf tag, darnach ein jare der arbeit minder oder mer ist, dann das ander.
Welche heuser aber so nahent dem Vischpach steen, als dann des alten Marx ferbhaus pei dem weissen thuren und der teutschen herren maur, die hinden umb iren hoff geet, daran der Vischpach herlauft,[157a] und die vier heusser, dozwischen der Vischpach von der öberen Ledergassen an die underen Ledergassen lauft, auch das reich almussen von ir müll wegen, als vill sie des berürt, und darnach under derselben müll ettliche heuser im Wert, die alle sein schuldig das und sovil auf der seitten gegen in sie des berürt selber zu underfaren, zu pesseren und zu machen von ir heuser [und gemeurs] wegen.
Vor der stat ist desgleichen wo heuserund leut doran stossen haben, die mussen das so vill und sie das berürt selber machen lassen; wann die Vischpachmeister nit mer machen, dann das die gemein ist antreffent etc.
Mer muß man dann haben iemant, der das kott, das also in der stat auß dem pach außgeworfen worden ist, fürderlich außfürt; der hebt dormit an am erittag, dann das kott muß vor ein tag ein wenig über trucken, so mag [man das] dester paß geladen. und man muß das bestellen zu über eillen mit der fur, also das er auf das minst drei wegen und vier pfert hab, das allewegen zwen wegen geen und das man einen alle die weil lade, das das kott in den acht tagen auß gefürt wert; dann was des do ligent pleibt, wenn man den pach lest wider lauffen, so keren und werfen die leut des [vill] wider ine pach, das sust nit geschicht.
So nun verlossen ist, den pach mit Kornpergstein zu besetzen, wie vor steet, do hab ich mich ettliche jar her darzu gericht und doran ie ein stuck pessern und vernewen lassen, und desgleichen mit dem poden auch mit eichen prettern, wo sein nott ist gewest. mit solicher arbeit haben sich die ding verzogen, das der pach ie zu zeitten lenger den acht tag aussen ist gewest. so und man aber an die schait des pachs an [157b] der Pfandschmidgassen komen ist, so mag man den pach an derselben ent einem versetzen, und im jare, wenn man will und geschickt ist, mit Kornpergstein an dem anderen ent arbeitten, also das der pach dennoch herein geet. das hab ich mit der stat steinmetzen, zimmergesellen und [taglönern] also machen lassen ettlich jare.