Wenn man dann also vertig ist, so lest man den pach wider lauffen und wurft die wasen, so man hinter das schutzprett pei des Ammans weier geworfen hat, herauß und zeucht das schutzprett gantz auf und lest den pach mit vollem wasser ein gute vierteil einer stund, und lest dann dasselb schutzpret fur und dardurch lauffen sovil und man dann gewonlichen sust über jar oder nach der zeit lauffen lest; so treibt der erst schuß alles das, das in der zeit in pach komen ist, die weil er ist aussen gewest, vor im hinweck — das schmecket ser unsauber.

Darnach und der pach dann also wider in die stat geet, so geen die drei Vischpachmeister umb nach dem gelt von haus zu haus auf zweien partheien, und was man in dann ie gegeben hat, das haben sie genomen und eingesament und dann darvon außgeben, was auf den pach gangen ist, und darvon niemantz mer kein rechnung durfen thun etc. noch dem aber ich also zu den dingen komen pin, hab ich die ding also mit irem der Vischpachmeister guten willen furgenomen also, das sie noch auf zwo partheien geen, auf dem einteil der Vischpachmeister einer, auf dem andern teil zwen, und iede parthei haben einen schreiber, der hat einen karnyr, darinnen ettliche pergamenen zetteln mit snürlein auch darpei kreiden und röttelstein und ein new register; der schreibt in das register ein ieden hausherren und in sunderheit die hausgenossen alle an, wie die heissen mit namen und zunamen, auch was ieder geben hab und an was gassen er sitz und auf welchen tag man das gelt geben hab. darpei hat iede parthei einen püttel; wer sein gelt nit gibt, den pfendt man, und an dasselb pfant bint der schreiber ein zettellein, darauf steet geschriben, wie der oder die heissen, des dasselbe pfant ist, und waß dasselb pfant stee. nach dem selben register dann [158a] wol zu rechen und zu überslahen ist, was von gelt gefallen ist. dieselben register noch also vorhanden sein von einem ieden jare, die weil ich dopei gewesen pin. auch so hab ich den Vischpachmeistern zu zeitten zugeschickt einen knecht mit einem korbe, der die pfant hat getragen. auch haben sie allwegen das alt register des voderen jars auch pei ine, darnach sie sehen, was einer vor geben hab etc. darnach sie sich auch dester paß gerichten mugen, also was einer von alter her geben hat, der muß ietzunt dasselb zwifach, und die einfluß haben, vierfach; dann die kartheuser geben nichtz, auch die vier heuser zwischen der oberen und unteren Ledergassen, do zwischen der pach hinlauft, darumb, das sie den pach an demselben ent selber machen müssen. auch gibt der almussen und krottenmüllner nichtz, und darzu die drei Vischpachmeister geben auch nichtz an dem pach.

Solchs umbgeen nach dem gelt wert pei vier tagen. dieselben drei oder vier tag essen die drei Vischpachmeister, zwen schreiber und zwen püttel mit einander, alle tag zwai mall ir einem, und dingen sich an zu einem wirte; sust haben die Vischpachmeister nichtz darvon dann die malle. wenn sie dann also gar außgangen sein, so komen sie die Vischpachmeister alle drei mitsampt den schreibern und püttelen und prengen mir solch gesament gelt und pfant, auch die register. des geltz ist pei sechshundert pfunt alt ongeverlichen zu gemein jaren.

Von dem gelt geet ab am ersten, das man außgeben muß, das der Vischpach kost zu fegen pei vierunddreissig pfunt alt, und dasselb kott auß zu füren pei zweiundviertzig pfund alt; so verzeren sie, wenn man das gelt ein prenget, pei zweiunddreissig pfunt alt; so gibt man den schreibern und pütteln iedem ein tag dreissig pfenning, macht pei sechtzehen pfunt alt; mer dem knecht, der des Vischpachs wart über jare, zwelf pfunt alt; den pflasterern am pach zu ze pflastern, wo man den geflicket hat, pei dreissig pfenning: das alles macht pei hundert viertzig pfunt alt, die auf das minst alle jar darauf geen, also pleibt des geltz über pei vierhundert sechtzig pfunt alt, von dem solt [158b] man den pach mit Kornperckstein machen. und was ich über das, so alle jare davon gefellet, außgeb, das solt die gemein kunftiglichen bezallen. also hab ich ettliche jar her pei funfthalbhundert und vierhundert, und ettliche jare pei vierdhalb hundert quader Kornpergstein versetzt, die allein der gemein zu gerechent worden sein; und die ich unter die prucklein und in den zwinger versetzen hab lassen; die hab ich nit darzu sunder der stat gerechent. der obgeschrieben stuck steins eins pei dreissig pfenning kost also rauch, so kost eins zu hawen pei zwelf pfenning, also geet nun darauf mit dem versetzen und die grunt mit eichen prettern zu pessern, die alten stein ab zu raumen, das alles ich mit der stat arbeitter, steinmetzen und maurrer alle jar piß her machen hab lassen und über das gelt, so davon gefallen ist, ein gepust ettlich hundert pfunt novi, als das in mein rechnung, so ich davon verzeichent hab, sich erfindet. nach dem man aber ettliche jar her hat zwue zeil stein aufeinander setzen müssen, das hat vill kost, das aber nun am lant nit mer bedarf des, sunder die dinck sich hinfur fast mit einer zeil an der höch begeben, und auch das man mit der arbeit also gemach thun muß, darmit man solich [außsteent] gelt wider ersparen und einprengen mug in kunftig zeit von jaren zu jaren.

Die Vischpachmeister haben bestellet den tauben Öttlein, das er des pachs über jar gewart hat. dem haben sie ein jar geben acht pfunt alt; aber ietzunt hab ich ine einen bestellet, der heist Heintz Lechner, dem muß ich ein jar geben zwelf pfunt alt, das er alle tag auf das minst ein fart doran auf und ab gee. [solcher] 12 pfunt gib ich ime alle goltfasten dreu pfunt alt.

Man lest den Vischpach ie zu zeitten an unsers herren leichnams abent hinter dem Peßler vor dem pat zum Strosack versetzen und lest in lauffen ein stunt oder anderhalbe umb des Peßlers haus und also gegen der langen prucken und verrer durch die Schustergassen in die Begnitz pei den sattlern an der fleischprucken.

[159a] Ein hüll hinder sand Klaren kirchoff hat man von gemeiner stat wegen ie zu zeitten fegen lossen einen paumeister. die hab ich im zwai und sechtzigsten jar lassen trucken außschopfen und das kott herauß werfen piß auf den poden, der ist geprettert, und [hab den] patknechten im Sundergew darvon geben ir sechs gesellen sechs pfunt alt und achtundzweintzig pfenning.

Zu dem heiligtum oder sust wenn herschaft kerkomen soll, so versetzt man den pach gern unden an der Fleischgassen und man lest den Vischpach gern durch dieselben hüll lauffen ein stund oder zwue und fullt die hüll von fewers wegen, auch darumb, das das wasser nit als übel schmeckt; das dann sust sere schmeckt, wenn das also lang steet, sunderlich im summer.

Wenn man den Vischpach abslecht, den raumen und pessern will, wie voren geschriben steet, so sollen die zwen pachmullner, nemlich der almusenmüllner und der in der Krottenmüll, umbgeen in der stat und vor der stat piß zu des Ammans weier, und wo sie sehen, das iemant verporgenlich oder offenlich rören in den Vischpach gelegt hett, dardurch man wessert, oder dem pach das wasser sust abgieng, so sollen die müllner dieselben rören oder rinnen außgraben; und wo die iemant hett über die, die hie vorn geschriben steen und zu gegeben sein, und der nit abthun wolt, so solt man doran pfenden alle tag umb ein pfunt haller; darzu soll ein statt paumeister den müllnern beholfen sein etc.

[159b] Von der gehorsam des paumeisters, wenn und wie er auch rechnung thut.