Der stat paumeister soll alle jar umb weiennachten oder wenn die [snehe] anfallen geflissen sein und bestellen, das er von eines erberen ratz wegen schreiben loß den von Lauff und Herßpruck und sie pitten, ob sach wer, das [ein gereigen] in den snee oder der snee sust jehling abgieng, dardurch die wasser an luffen oder ein güß wurde, das [sie] dann das, so sie erst mochten, her einem erbergen rat schreiben oder zu wissen thun wolten, darumb ein rat hie gern das pottenlon außrichten woll, es seien reittent oder geende potten etc. solich brief mag der stat paumeister alle wochen pei iren pecken hinauß senden, das er kein potten darzu [verlonen] darf und on kost zu geet.
Kumpt dann also von Lauffe oder Herßpruck pottschaft her, das ein güß oder wasser komen soll, so soll der stat paumeister, so pald er des gewar wirt, das furderlich zu wissen thun in alle müll den müllnern das sie aufraumen, auch den, die der schoßgatter warten oben und unden am wasser, das sie auch darauf ir aufsehen haben, die gatter darnach zu heben etc. auch ob der stat paumeister von holtz, prettern oder anderm holtz auf der Schut oder auf dem Newenpawe oder sust irgen am wasser ligent hett, das er darzu schick, das das aufgeraumpt oder behempt werd, darmit nit schad geschee. wenn dann das wasser also kumpt, so soll der stat paumeister zu den prucken in der stat am wasser zusehen und darob sein, das die meister zimmerwercks und steinmetzen mit iren gesellen auf den prucken sein, die dann darauf von der stat [169a] paumeister beschiden sein, und das sie weren do und durch leitten, was von holtz oder eisschelln auf dem wasser zu [in] zufleust, so sie pest mugen, das sich nichtz an die prucken lege.
Der stat paumeister soll alle jar umb sant Merteins tag [11 Nov.] oder wenn die kelt an geet, so es will gefriesen, zwen oder drei tagloner mit hawen und schauffeln senden und bestellen, das sie allenthalben gerings umb die stat inwendigs an der statmeur alle thürlein und thore, die in die zwinger gen, raumen, das nichtz darvor lig oder geschut sei, das do gefriesen und dardurch man die nit auf gethun mocht. auch desgleichen sullen die raumen alle rinnen und einflü, dieß auß der stat und durch die zwinger und vorwerck in den statgraben gen, also das nichtz darinnen gefries, und wo jehling ein leunen oder weichs wetter an viell, das dann das wasser furderlich durchauß gelauffen mug, dann die einfluß derselben rinnen ettlich gar eng sein, und ein großen unlust machet, wo das wasser nit außkomen mag.
Wenn also ein snee anfellt, der dann dick ist und sich richt in leun und abgeen will, so soll der stat paumeister furderlichen schicken auf ieder seitten der hochen statmaur, wo die nit gedeckt oder überzimmert ist, zwen taglöner mit schauffeln und pesen, das die den snee herabwerfen und keren, dann derselb snee, wo der also versmeltzen soll auf der meur, thut der meur gar wee und hat die maur an ettlichen enden gar sere erweicht und beschedigt, als man woll sicht.
Geflissen soll der stat paumeister sein, wenn der snee also leit und abgeen will, das er fürderlich schick auf die rinnen auf der wag nach neben dem rathaus in des Holpers [169b] haus und zu der rinnen auf dem weithaus und dem alten fleischhaus, darzu man dann hat eigen schauffel, darmit man den snee herab werf und die rinnen raum, wann zu zeitten schaden darvon komen dem gemeur, dem zimmer und sust in heusern, das man auch leut darzu schick, die der dach schonen, das sie nit schaden thun an preisen und damit wissen umb zu geen, des ist not.
Ein stat paumeister soll den nechsten tag vor sant Katherein [23 Nov.] abent bestellen, das das pflaster geraumpt und das kot und mist davon dann gefürt werd von sant Katherein prucken und also durch das [thor] fur den marstall und prunnen, auch durch das ander thore, darauf der Knopf sitzet, von des folcks wegen, das zu sant Katherein geet; wann sust gar ein grosser unlust do würd, wo mans nit raumpt, es gefrür dann als gar sere.
Mer desgleichen sol der stat paumeister geflissen sein, das er zu weiennachten, vassnacht, zu dem heiligtum, zu ostern, pfingsten, sant Sebolts tag [19 Aug.], oder wo vill herschaft herkomen sollt oder sust im jare, wenn sein als gar not wer, von der apotheken pei den predigern und also fur das rathaus piß fur den schön prunnen, auch pei den trögen vor den kandelgiessern und hinter dem rathaus und sust nirgen weitter, das pflaster lassen raumen und aufschoren und dasselb kot und mist dann auß füren lassen oder das iemant geben, der des bedorft in einem garten oder wisen etc. also das ers vorderlich außfurt. das solten thun vier der elsten tagloner in anderhalben oder zweien tagen, darnach und sein not oder unsauber ist.
[170a] Item und darumb geben die herren in der losungstuben in sunderheit alle jar zu sant Michels tag [29 Sept.] der stat tagloner einem, der dann von einem paumeister darzu bescheiden wirt, vier pfunt alt trinckgeltz, das derselb doran gemant sei und das pflaster raum vor dem rathaus, wenn sein not ist, doch alle wege mit wissen eines paumeisters.
Auf dem Marckt bedarf man nichtz raumen, dann der new spital soll den raumen und sauber halten zwischen den saltzern und dem Rietter, und von der rinnen, die hinden und voren fur das rathaus hinab geet. das steet dem spital zu, dann der strewet über jare mist darauf; dann wo sie aber den mist zu lang ligen liessen und nit auf slugen auf hauffen oder die hauffen nit furderlich außfurten, so soll der stat paumeister zu dem spitalmeister darumb schicken oder [dem pfenter] darumb zusprechen, der dann sust sein aufsehen darauf haben soll seines ampts halben.