Es soll auch ein ieder zimmer gesell sein schrott und wurckpeihel, auch sein zwerwoffen und andern zeug selber haben.

Wo sie aber ettwas altz flicken, abprechen oder machen sullen, dorinnen sie ir schrottpeihel nit geren verderben, do soll in der stat paumeister der stat schrottpeihel eins oder zwai darzu leihen.

Inen soll darumb ein paumeister zu taglone geben, wenn sie arbeitten, von sant Gallen tag piß auf sant Peters tag stulfeier sechtzehen pfenning ein tag, und von sant Peters tag piß hinwider auf sant Gallen tag zweintzig pfenning ein tag, und alle wochen, wenn sie arbeitten, ir iedem zwen pfenning badgeltz, und von einem, zweien oder dreien tagen ein pfenning badgeltz.

[9b] Nachdem und die zimmer gesellen also gehorsam [gethan] und gelobt haben, so soll inen und irem meister der stat paumeister zu vertrincken und zu leikauf geben nach altem herkomen vier pfunt alt, ir sei vil oder wenig; es were dann, das sie in dem vergangen jar icht redlicher pewe gemacht und volpracht hetten, so mocht inen ein paumeister das trinckgelt woll bessern mit ein sechtzig pfenning, darnach und die arbeit gewest ist und es die gesellen verdient haben. so hab ich die jar, so ich paumeister gewesen pin bißher, bei zehen gelübter gesellen alle jar gehabt. von dem trinckgelt geben die gesellen des paumeisters knecht ein möß weins.

[Mer soll] der stat paumeister den zimmergesellen zu bescheiden einen von den gelobten [taglönern], der die spenn unter den fussen zusamen rech und von inen auß den fussen trag, wo sie zimmern oder arbeitten, nach altem herkomen.

Auch soll der stat paumeister den zimmergesellen geben zu sant Peters tag stulfeier fur ein trinckgelt inen allen zusamen sechtzig pfenning und darnach, wenn sie den heiltumstull wider abprechen auf dem Marckt, sechtzig pfenning, und zu sant Oswalts tag aber inen allen zusamen sechtzig pfenning trinckgeltz, alles nach altem herkomen.

Zu sant Lucien tag [13 Decemb.] soll der stat paumeister mit der stat werckmeister und dem schaffer zu rat werden und fur sich nemen die taglöner, die das vergangen jare an der stat arbeit gewesen sein, welche er nun hinfur bei der stat arbeit behalten oder urlauben woll, oder was newer taglöner er das kunftig jar bestellen woll. und welche er dann also vermeint zu bestellen, die soll ein paumeister besenden auf den nechsten suntag nach Lucie oder wenn es einem paumeister eben ist, und do in gegenwurtigkeit der stat werckmeister, sunderlich dem maurrer, inen das buch und die artickel lesen und horen lassen, als hernach geschriben steet.

[10a] So und als man bißher den [taglonern] nach altem herkomen ettwen vill jare die summer zeit zehen pfenning und im winter acht pfenning und neun pfenning geben hat den, die mit der schauffel arbeitten, nun aber der gulden gestigen ist und man den zimmerleuten und steinmetzen iren lone erhocht hat, hab ich den [taglonern] an der stat arbeit iren lon auch erhocht und gib inen zu ieder zeit eins pfenning mer dann man vor alter geben hat.

[10b] Von den taglönern.

Die tagloner sullen der stat paumeister auch der stat werckmeister dem maurrer und dem schaffer geloben und ir trew geben, das sie das jar hinfur an der stat arbeit beleiben, auch der stat nutz und fromen getrewlichen furdern und schaden bewaren wollen, und zu rechter zeit von und zu der arbeit gen und darzu getrewlichen und redlichen arbeitten, auch der stat werckzeug, der inen unter die hent gegeben wirt, wider aufheben und den getrewlichen antworten dohin dann ieder beschiden wirt. und sullen auch der stat werckmeister und anschicker oder wem es der stat paumeister befilht gehorsam sein, was die mit iren schaffen oder an was arbeit man sie schickt zu tun, das sie des willig und gehorsam sein. auch soll ir keiner kein holtz, pretter noch anders von der arbeit on laub nit tragen. auch soll ir keiner die zeit an keiner andern arbeit nit arbeitten dann an der stat pew, es sei im dann von einem paumeister vor erlaubt. auch ob ir einer oder mer einem paumeister in der jars frist nit fugsam oder eben wer, so mag im ein paumeister urlaub geben wenn er will.