[8a] So gibt die gemein judischeit auch hie den steinmetzen und maurrern gesellen an der stat arbeit alle jar dreu pfunt alt zu sant Walpurgen tag [1 Mai] trinckgeltz auf das, wo sie zu irer arbeit im jare komen, das sie die steinmetzen und ir [gesellen] dann unbeschrihen und unangelangt lassen.

In soll auch der stat paumeister zuschicken einen von den gelubten taglonern, der inen ir steinexte, zwispitz und meisel zu dem schmide trag und die spitzen lasse, wenn des nöt ist, und inen dann solichen iren zeug wider zu der arbeit pring nach altem herkomen.

Demselben spitz und exte trager soll der stat paumeister befelhen, das er eigentlich darob sei, das solich spitzen vor der schmiten [alspald] eigentlichen angeschriben werden, ee und er dann von danne geet, und das er auch in guter acht hab, waß und wie vil der sei zu ieder zeit, auf das, das nichtz vergessen oder geschalckt werde.

Was man dann solcher spitzen den steinmetzer macht, die soll der stat paumeister dem schmit bezallen, also das es die steinmetzen und maurrer nichtz angeet.

Ein obgeschribener spitztrager soll auch in guter acht haben, was schafe, zuber, schuffen, stutzen und anders bei den maurrern zulechsent oder die raiffe abspringen, das er soliche schafe und gefeße dann auf hebe und zu der stat puttner trag und bestell, das die wider gepunden werden, darmit sie nit gar zufallen und vergeen etc. und das er auch des abentz so man abgeet [8b] von der arbeit den zeug auf hebe und beware, das nichtz verloren werde von steinext, hebeisen, setzeisen, hemer, kellen, schafe, zange, rigel, besen etc.

Ob nu sache were, das frembde gesellen von steinmetzen oder maurrergesellen her kemen oder hie fur wanderten und zu der stat werckmeister dem maurrer kömen und ine umb furderunge petten, den dann derselb meister verrer an der stat paumeister weisen wurd: einem solchen gesellen mocht der stat paumeister wol furderung zu sagen ein acht tage oder viertzehen tage oder piß auf den nechsten lone, darnach und im ein paumeister das vergünt, darmit ie ein solicher wandergeselle ein zerung verdienen möcht, damit er verrer keme. und einem solichen gesellen, der also frembd herkompt, dem soll der stat paumeister zeug leihen von steinexten und wes er bedarfe. do pei soll sich ein paumeister versehen, das im nit einer den zeug hintrage oder versetz, oder das im solich gesellen icht sunst zugeschoben oder zugeschickt sein, kuntschaft oder anders zu treiben.

Auch wo einer stat paumeister so vil arbeit zustunde und zu machen het, als das er mit den gelobten steinmetzen und maurrern die ding so furderlich nit machen noch zu ende pringen mocht, so mocht der stat paumeister pitten oder gepietten den andern meistern hie in der stat, das sie selber oder aber ir einer ein zwen oder drei gesellen der stat paumeister leihen ein acht oder viertzehen tag oder drei wochen, darnach und ir der paumeister bedarfe, dordurch soliche arbeit gemacht wurdet der stat. darumb solt inen der stat paumeister iren taglone geben als andern.

[9a] Von den zimmer gesellen.

Die zimmergesellen sullen der stat paumeister und der stat werckmeister geloben und ir trew geben, das sie das jar hinfur an der stat arbeit beleiben auch der stat nutz und fromen getrewlichen furdern und schaden bewaren wollen, und zu rechter zeit zu und von der arbeit geen, und darzu getrewlichen und redlichen arbeitten und der stat iren zeug getrewlichen bewaren, der inen unter die hent gegeben wurt, von zeug und von holtz. auch sullen sie kein holtz, pretter noch anders von der arbeit on laub nit tragen, und sullen irem meister oder wem er das [unter in] in seinem abwesen befilligt gehorsam und gefolgig sein, was der mit inen schaft zu thun, das sie des willig und gehorsam sein. auch sol ir keiner in der zeit an keiner andern arbeit nit arbeitten dann an der stat pew, es sei im dann von einem paumeister vor erlaubt. und ob ir einer oder mer in der jarsfrist einem paumeister nit fugsam oder eben were, so mag im ein paumeister woll urlaub geben wenn er wil.