Auch alsman bißher nach allem herkomen ettwen vil jare den steinmetzen, maurrern, zimmergesellen etc. die summerzeit achtzehen pfenning und im winter viertzehen pfenning zu taglon geben hat, wann aber der guldein gestigen ist und grosse clag von den erbeittern was, das sie solichs lonnes nit zu komen mochten, darbei sie die pauhern auch sere ubernomen, hat ein erberger rate furgenomen im vierundsechtzigisten jare zu dem newen rate und iren lon erhöchet zu ieder zeit umb zwen pfenning, doch das man inen nit zu essen geben soll etc. und do man inen vor drei pfenning badgeltz geben hat, sol man iren nun hinfur zwen pfenning geben zu badgelt.
[7a] Von den steinmetzen und maurrer gesellen.
Es sullen die steinmetzen und maurrer gesellen der stat paumeister und der stat werckmeister geloben und ir trew geben, das sie das jar hinfur an der stat arbeit beleiben und der stat nutz und fromen getrewlich furdern und schaden bewaren wollen, und zu rechter zeit zu und von der arbeit geen, und darzu getrewlichen und redlichen arbeitten und der stat iren zeug getrewlichen bewaren, der inen unter die hent gegeben wird. auch sullen sie kein holtz, pretter noch anders von der arbeit on laube nit tragen, und sullen irem meister oder wem er das unter inen in seinem abwesen [beviligt] gehorsam und gefolgig sein, was der mit inen schaft zu thun, das sie des willig und gehorsam sein. auch soll ir keiner in der zeit an keiner andern arbeit nit arbeitten dann an der stat pewen, es sei im dann von einem paumeister vor erlaubt. und ob ir einer oder mer in der jarsfrist einem paumeister nit fugsam oder eben were, so mag im ein paumeister woll urlaub geben wenn er will.
Jeder steinmetz und maurrer soll auch sein steinaxt, richtscheit, winckelmas und andern sein zeug [selber haben].
So sol inen darumb der stat paumeister zu taglone geben wenn sie arbeitten, von sant Gallen tag [16 Oct.] piß auf sant Peters tag stulfeier [22 Febr.] sechtzehen pfenning ein tag, und von sant Peters tag piß hinwider auf sant Gallen tag zweintzig pfenning ein tag, und alle wochen, wenn sie arbeitten, ir iedem zwen pfenning badgeltz, und von einem, zweien oder dreien tagen ein pfenning badgeltz.
Wer aber sach, das ir einer oder mer [Kornperck stein] hieben, derselben soll man alle tag drei pfenning mer geben, denn den obgeschriben lone zu ieder zeit; das geschicht darumb, das die stein hert sein und sie iren zeug sere darauf verderben und hin slagen.
[7b] Der stat paumeister soll inen leihen, wenn sie maurren oder löcher prechen, zwispitzen und steinexte oder stecheisen, auch setzeisen und hamer und kellen, alles von der stat zeug.]
Nachdem sie in dem winter zu zeitten oder sunst im jare veieren müssen wettershalben, so mag sie ein paumeister woll furderen, an stein furgriff zu hawen, und inen geben ie von einem quader Reuhel pergs zu bescheitten und bosset zu hawen drei pfenning nach altem herkomen.
Auch nachdem und die steinmetzen und maurrer gesellen also gelobt haben, so soll inen und irem meister der stat paumeister zu [vertrincken] und leikauf geben nach altem herkomen vier pfunt alt, ir sei vill oder wenig; es wer dann, das sie in dem vergangen jare icht redlicher pew volpracht oder gemacht hetten, so mag inen ein paumeister das trinckgelt pessern und für sloßwein ein sechtzig pfenning mer geben, darnach die arbeit gewesen ist und es die gesellen verdient haben etc. so hab ich die jar, die ich pißher paumeister gewest pin, über zehen gelubt steinmetzen nit vill gehabt. von dem trinckgelt geben die gesellen des paumeisters knecht ein möß weins.
Mer soll der stat paumeister den steinmetzen und maurrergesellen zu sant Peters tag stullfeier fur ein trinckgelt inen allen zusamen sechtzig pfenning und darnach zu sant Oswaltz tag [5 Aug.] aber inen allen zusammen sechtzig pfenning zu vertrincken nach dem alten herkomen [geben].