[12b] Von dem rörenmeister.
Zu sant Thomas tag [21 Dec.] soll der stat paumeister besenden den rorenmeister, als ietzunt ist meister Heinrich Scharpf. der sol einem paumeister geloben und sein trew geben, das er der stat nutz und fromen getrewlich furdern und iren schaden bewaren wolle, auch das er das zu kunftig jar ob dem schönprunnen und rören auch an andern der stat arbeit, woran man ine schickt, getrewlichen sein und redlichen arbeitten wolle, und das er den kosten am schön prunnen alle wegen uber vier wochen und im summer öfter abschlaich und [außwasch], desgleichen die trog bei den fleischpencken. und sol das alleweg thun auf ein eritag und nit auf ein freitag oder sambstag, nachdem man des wassers zu fischen, paden und ander notturft mer auf die tag bedarf dann auf den eritag. und er soll sich auch sunst keiner andern arbeitten untersten noch machen, es sei im dann vor von einem paumeister erlaubt. auch sol er der stat iren zeug getreulichen bewaren, den er unter handen hat, und darvon nichtz hinleihen noch geben on wissen und willen eins paumeisters. auch sol er kein holtz, pretter noch anders von der arbeit on laub nit tragen one allein, was er von alten erfaulten prunn rören auß wurf, die mag er heim furen oder darmit tun und lassen was er will, alles ongeverlichen.
Nachdem und man dem Rorenheintzen, sider herr Hanns Coler paumeister gewest ist, geben hat die summer zeit funftzehen pfenning und im winter zehen pfenning zu taglon, und aller ander arbeitter lon gepessert ist, hab ich mit dem Rorenheintzen auch uberkomen und auch sein lon gepessert als hernach geschriben steet.
Rorrenheintzen dem soll der stat paumeister geben, wenn er arbeit, es sei am schönprunnen oder an ander arbeit der stat nottorft, nachdem und er nit alleweg an dem schönprunnen zu arbeitten hat, von sant Gallen tag piß auf sant Peters tag stullfeier alle tage zwelf pfenning, von sant Peters tag wider auf sant Gallen tag sechtzehen [13a] pfenning ein tag zu taglon, und alle wochen zwen pfenning badgeltz und von einem, zweien oder dreien tagen ein pfenning badgeltz.
Im soll auch der stat paumeister darzu alle jare fur ein vorauß und trinckgelt geben sechtzehen pfunt alt, als man im dann ettwann vill jar her geben hat, wiewoll man dem Abschrot vor zeitten vill ein grossern vorauß und gelt hat mussen geben, der doch minder arbeit thet [mit der hent].
Wenn der Rorenheintz dann also gelobt hat, so sol im ein paumeister geben zu leikauf drei oder vier groschen.
So hat der Rorenheintz ein kemmerlein in dem geßlein zwischen dem gewant haus, und des Gartners haus am Fischmarckt, darinnen er sein pfannen, spunt, extlein, hebeisen, hoyer, hadern und andern sein zeug hat, dorzu er allein einen schlüssel hat. aber darnach macht man einem kandelgiesser ein kram an des Heintzen [kemmerleins] stat und macht dem Heintzen ein kemmerlein zu seinem zeug in das geßlein am alten fleischhaus hinden gegen dem radhaus uber, doselbst bei der kutlerin stege, do es noch also ist.
Es soll darnach der stat paumeister durch sein schaffer besenden die pflasterer meister und die auch wider bestellen zu der stat arbeit das zukunftig jare, dann man der auf das minst zwen, die auf den stullen arbeitten, haben muß uber jar allein zu flicken und im wesen zu halten das alt pflaster allenthalben in der stat.
[13b] Auch nachdem und man [den pflaster meistern], die auf den stullen arbeitten, ettwen vill jar her die summer zeit zweintzig pfenning und im winter achtzehen pfenning zu taglon gegeben, darzu auch mercklich vorauß als acht und neun guldein ir einem ein jar gegeben hat, dann man ir wenig findet und nit wol gehaben mag, und aber ein erberger rate andern arbeittern iren lone gemert hat, also hat man den meistern, die auf den stullen sitzen und arbeitten iren lone auch gemert. und wiewoll sie allwegen zu dem newen rate ob der stat amptbuch gehorsam thun, iedoch sullen sie einem paumeister auch geloben als hernach steet.