[14a] Von dem pflastermeister.

Der pflastermeister und sein gesellen die pei [ime] auf den stullen arbeitten sullen der stat paumeister geloben und ir trew geben, das sie das zukunftig jare an der stat arbeit beleiben, auch der stat nutz und fromen getrewlichen furdern und schaden bewaren wollen, und zu rechter zeit zu und von der arbeit geen, auch getrewlichen und redlichen arbeitten, und umb die locher im pflaster nit mer noch weitter auf prechen denn sein nöt ist, darzu niemant uber vier schuch zu seinem haus nichtz machen, es wolt dann einer selbs bezalen; auch der stat iren zeuge getrewlichen bewaren, der inen unter die hent gegeben wirt, und auch niemant auf der gemein in der stat kein newe rinnen furen noch stellen, noch das pflaster erhohen, auch kein eckstein einsetzen; auch kein holtz noch anders von der arbeit nit tragen, dorzu auch ir keiner in dem jare an keiner andern arbeit nit arbeitten denn an der stat arbeit, alles on wissen und erlaubung der stat paumeister ongeverlichen.

Nun darumb soll inen der stat paumeister zu taglone geben, wenn sie arbeitten, von sant Gallen tag biß auf sant Peters tag stullfeier zweintzig pfenning dem meister und einem gesellen auf dem stull sechtzehen pfenning ein tag, und von sant Peters tag biß hinwider auf sant Gallen tag vierundzweintzig pfenning einem meister und zweintzig pfenning einem gesellen auf dem stull ein tag, und alle wochen vier pfenning einem meister zwen pfenning einem gesellen, und von einem, zweien oder dreien [tagen] zwen pfenning einem meister und ein pfenning einem gesellen auf dem stull zu badgelt geben.

So hab ich bißher, die weil ich der stat paumeister gewesen pin, zwen pflasterer und zu dem meisten teil drei auf den stullen gehabt. wenn sie denn also gehorsam thun, so soll inen ein paumeister zwu oder drei maß weins zu leikauf geben.

[14b] Ich hab in dem sibenundsechtzigisten jare einen pflastermeister, genant Jacob Pewllnschmidt, herpracht und ine zehen jare bestelt und im versprochen den vorgeschriben lon, als einem meister, und alle jare darzu zu vorauß sechtzehen pfunt alt zu geben. und das absagen steet an dem paumeister, des hat er also gelobt.

Es soll kein pflasterer hie meister recht arbeitten oder meister lon nemen on wissen und willen der stat paumeister, der sol vor wissen, was einer kan und wo er gelernt und wie lang einer gepflastert hab und wem.

Als man durch den spitalhoff und müntzhoff geet, ist der stat paumeister des pflasters nit schuldig zu pessern, sunder der newspital soll das in wesen halten.

Bestellen soll der stat paumeister mit den pflasterern, wo man roren legt zu den fliessenden prunnen, das man dasselb ertrich woll stöß, das man auf die roren wurft, und das man das pflaster darauf ein wenig höher ziech, dann es setzt sich alle weg gern an den enden auf die rörn und gewint ein teiche, wo man das nit verkumpt.

Zu zeitten, so der stat pflasterer ob den rörn zue pflastern, sullen sie geflissen sein, das sie alleweg wo spünt in die rörn sein, das sie an dem Rörnheintzen woll erfaren, das sie dann oben im pflaster am tag ein preitten pflaster stein legen, den man auß den anderen gesehen und dar pei gewissen mug, das ein spunt oder die rörn do ligen, das ist gar nütz etc.