[15a] Von dem stössel.

Auch so mussen die pflasterer haben einen gesellen der inen nachstöst, der ist vor alleweg gewest, und ist noch einer von den stercksten [taglonern], und hat auch einem paumeister gelobt und gehorsam gethon mit andern taglonern. einem solichen stössel hat man bißher geben und gibet ims noch, wenn er steest, von sant Gallentag biß auf sant Peters tag stulfeier zwelf pfenning, und von sant Peters tag biß wider auf sant Gallen tag viertzehen pfenning ein tag. nachdem man aber andern iren lon gepessert hat, hab ich im die summer zeit sein lon zwen pfenning gepessert, und gib im sechtzehen pfenning ein tag, aber im winter pleibt es bei den zwelf pfenning. wenn aber er an der stat arbeit ist und nit steest, nachdem man nit allweg pflastern mag, so gibt man im als vill als sunst einem tagloner, und alle [wochen] zwen pfenning badgeltz, und von einem, zweien oder dreien tagen ein pfenning badgeltz.

Von der pflasterer knecht.

Mer mussen die pflasterer haben knecht, die inen furlegen und [auf hawen], auch die stein zu schlahen etc. solich knecht man ine von den schwechsten, die dann gelubt sein an der stat arbeit, zuschick, einem ieden der auf dem stull arbeit ein knecht, als vil der ist ongeverlich. solichen knechten gibt man von sant Gallentag piß auf sant Peters tag stul feier zehen pfenning, und von sant Peters tag piß auf sant Johanns tag vor der lateinischen pforten ailf pfenning, und von sant Johanns piß wider auf sant Gallen tag zwelf pfenning alle tag ir iedem zu taglon, wenn sie arbeitten pei den pflasterern, und alle wochen einem zwen pfenning padgeltz, und von einem, zweien oder dreien tagen einen pfenning padgeltz.

[15b] Von ler gesellen der pflasterer.

Ob ein pflastermeister einen gesellen lernen wolt, das mag er wol thun, aber nit anders dann mit der stat paumeister gunst und willen, also das derselb gesell vor ettliche zeit furgelegt und nach gestossen hab. ein sollicher ler geselle soll vor einem paumeister geloben der stat getrew zu sein und schaden bewaren, auch [das er] auf das minst dreu jare, die nechsten, an der stat arbeit und sunst nirgen arbeitten wolle. dem soll denn ein paumeister geben das erste halb jar viertzehen pfenning, das ander halb jar sechtzehen oder achtzehen pfenning darnach er es verdient, und nach außgang des jars gantzen lon wo ers verdien kan.

So muß man den pflasterern und ihren helfern allen werckzeug dar legen und leihen, darmit sie arbeitten, nichtz außgenomen, nach altem herkomen.

Und wo man aber ein pflasterer zu fur dinge und uberhaubt hin lassen will, gibt man ie von einer rutten, die hat dreizehen stat schuch und mit gerechent in ein vierung nach der ruten, ein ruten uber zwerch und ein ruten nach der leng, do gibt man von sechtzig pfenning allein zu machen, und man muß den pflasterern darzu von sante und stein allen zeug zu der hent darzu antworten.

Nun pflastert man gewonlichen von einem hauffen stein, der recht gesetzt ist, zwue ruten, es wer dann, das man die stein als gar klein schlug, dar pei dann auch nit nutz were, so pflasterent man weitter domit.