An dem heiligen oster abent soll der stat paumeister mit allen den taglonern auch den zimmergesellen, die er an der stat arbeit hat, verlossen wenn er inen gelönt etc. das man ine sage, das ein ieder auf den pfintztag und den ersten und nechsten werckentag nach den vier tagen küm früe auf die Peunt.

Desgleichen soll der stat paumeister bestellen einen furman, der dreu oder vier ziechpfert hab, wo ein paumeister die pfert süst an der stat arbeit nit hat etc. das die auch auf den pfintztag früe auf der Peunt sein.

Geflissen soll auch der stat paumeister sein, das er drei gut nider wagen hab, die dann fertig sein an redern und exsen, dann sie sich sich auf dem pflaster ser erschütten unter einem last; wo die geprechenlich weren, das man dann die in der vasten und vor den feiertagen zuricht und fertig.

Und auf denselben pfintztag früe soll der Gürtler den gesellen rigel geben, also das man den heiligthumstull herfür thue auß der hütten, die darzu gemacht ist im zwinger hinter der Peunt, und das man fürderlich lade ein wagen und laß den anspannen und auf den Marckt füre des Freien haus füren, und alspalde er auf den Marckt kümpt soll er absetzen und mit den pferden wider reitten in zwinger. mit dem ersten wagen soll man sechs oder acht gesellen senden, die denselben wagen abladen und auf dem Marckt pleiben etc. in der weil und der mit dem ersten wagen aussen ist hat man den andern wagen geladen, doran soll er wider setzen und den auch auf den [78a] Marckt furen, und dann alspald in den ersten wagen setzen, der ler und abgeladen ist, und zu dem eussern Frawenthore im forwerck auf die lincken hant in den zwinger faren und do an den dritten wagen setzen und den auch auf den Marckt füren, und das also antreiben, biß er das gehültz zu dem heiltum stull alles gefürt hat; das fürt er auf zwelf fuder mit dreien wegen und vier pferden.

So soll der stat meister der zimmerman mit sein gesellen, alspald das erst fuder auf den Marckt kümpt, auch auf den Marckt komen und mit [inen] nemen ein hundert hültzer pantnegel, zwaihundert eiserner pünnegel, hengseil, zangen und die grossen schreit und weitten meß, die do gehorn zu dem stull, das man den setzt von den heusern als er gehort oder steen soll etc. als des ettlichen stein im pflaster, auch stein die die zimmergesellen woll wissen, wie weit sie den stull von den heusern setzen [süllen].

Es ist auch ein grosse gevierte truhen, darinnen das wirdig heiligthum herpracht worden ist zu dem Schopper oben in seinem haus auf einem poden, darvor ein mahelschloß ist, zu dem der stat meister der zimmerman den schlüssel hat. dieselben truhen soll man erstlich durch ein ercker inwendig im haus herab lassen und die in die kamer setzen, darauß man das wirdig heiligtum weist, wenn man das in dem haus hat die nacht. in derselben truhen verspert und behelt man das wirdig heiligtumb, und man es des morgens weisen will.

In derselben truhen behalten und versperren die zimmergesellen allerlai kleins eisenwercks und zeugs, das alles zu dem [78b] heiligthum stull und sünst zu nichte dient, das leit uber jare also in derselben truhen, die hat kein schloß anders dann ketten, darfür man mahelschloß mag für schlagen etc. auch sein auf demselben poden ettliche pöck und pretter, das in die kamer gehort, darauf man das wirdig heiligthumb setzt; süllen die zimmergesellen alles herab lassen und desgleichen, wenn man den stull abpricht, alles wider hinauf ziehen auf denselben poden.

Darnach soll der meister den stull aufrichten, darzu im die tagloner mit seinen gesellen helfen süllen; den richten sie dann auf in anderhalben tagen oder zweien tagen forderlich. und nachdem des holtzwercks auf dem Marckt ein nacht also eins teils muß ligen pleiben, so soll der stat paumeister ein gesellen die nacht dopei wachen lassen, das man des nit vertrag oder steel.

Wenn der heiligtumb [stul] also aufgericht wirt, so hat der stat paumeister nichtz mer mit zu thun. die stat knecht helfen dem hausknecht das zelt uberziehen, so zieren die zwen kirchenmeister von sant Sebolt und sant Lorentzen den stull süst mit tüchern und anderem das darzu gehort, so bestellt der hausknecht die kerzen darzu.