In der Persönlichkeit des Sammlers des hier zu besprechenden Wörterbuches der „jenischen Sprache“, Engelbert Wittich, erscheinen jene Voraussetzungen im wesentlichen erfüllt. Er ist nämlich einerseits von Jugend auf vertraut gewesen mit den Ausdrücken des von ihm veröffentlichten Vokabulars[1], da er unter umherziehenden Handelsleuten und Zigeunern aufgewachsen (wenn nicht gar ein geborener Zigeuner) ist, während er andererseits an seiner im ganzen etwas dürftigen Volksschulbildung als Autodidakt so fleißig weiter gearbeitet hat, daß er sich auf dem Gebiete der „Zigeunerkunde“ bei den Fachleuten einen gewissen Namen erworben. Auch den meisten Lesern des „Archivs“ dürfte er bereits kein Fremder mehr sein. Seine Schrift „Blicke in das Leben der Zigeuner“ (Striegau 1911) ist z. B. im „Archiv“, Bd. 46, S. 363 von Albert Hellwig allen zur Lektüre warm empfohlen worden, weil sie „viel Interessantes“ enthalte, und schon in Bd. 31 (1908), S. 134 ff. ist eine von ihm verfaßte kurze Grammatik der Zigeunersprache durch Johannes Jühling herausgegeben worden. Ebenso stammt das von demselben Gelehrten in Bd. 32 (1909), S. 219 ff. veröffentlichte „alphabetische Wörterverzeichnis der Zigeunersprache“ eigentlich von Wittich her[2].

Das — ursprünglich 125 Oktavblätter umfassende — Manuskript der Wittichschen Arbeit, die außer dem eigentlichen Wörterbuch (Nr. V) auch einleitende Bemerkungen (über die jenische Sprache im allgemeinen sowie über veraltet gewordene und aus der Zigeunersprache stammende Vokabeln insbesondere [Nr. II-IV]) und zum Schluß noch „Sprachproben“ und „jenische Schnadahüpfel“ (Nr. VII u. VIII) enthält, ging mir im Sommer 1914 mit der Bitte des Verfs. zu, die Veröffentlichung — am liebsten in einer Zeitschrift — vermitteln zu wollen. Da mir die Sammlung recht interessant und — trotz mancher Mängel — wohl wert erschien, weiteren Kreisen bekannt gemacht zu werden, wandte ich mich dieserhalb an den Herausgeber des „Archivs“, der dafür bereitwilligst die Spalten seiner Zeitschrift zur Verfügung stellte, unter der Bedingung jedoch, daß ich dem Ganzen eine annehmbare wissenschaftliche Gestalt zu geben unternähme. Diese Klausel war allerdings notwendig, denn in der „Urform“ ließ das Manuskript nicht nur in der Stilistik (bes. in der „Einleitg.“), Grammatik und Orthographie recht viel zu wünschen übrig, es fehlte auch in dem Wörterverzeichnis durchweg eine alphabetisch genaue Reihenfolge der Vokabeln, ja an manchen Stellen fand sich in dieser Beziehung ein kaum zu beschreibender Wirrwarr, dessen Lichtung sehr viel Zeit in Anspruch genommen hat. Auch standen mehrere, zu einzelnen Wörtern gegebene Bemerkungen prinzipieller Art nicht an der richtigen Stelle und mußten daher umgesetzt werden.

Leider hat der Verf. für das Wörterbuch nur die Form „Deutsch-Jenisch“ — nicht (bzw. nicht auch) „Jenisch-Deutsch“ — gewählt, was eine bessere Übersicht über den geheimsprachlichen Wortbestand gegeben hätte. Um jedoch diesen annähernd zu bestimmen, habe ich am Schlusse des Vokabulars wenigstens die (in zahlreichen Verbindungen und Zusammensetzungen wiederkehrenden) jenischen Stammwörter alphabetisch zusammengestellt (Nr. VI). Auch die „Sprachproben“ enthielten noch einige Wörter, die im Glossar ursprünglich fehlten. Ich habe sie diesem eingefügt und durch den Zusatz „Spr.“ besonders kenntlich gemacht. Im übrigen wiederholen auch diese Sprachproben nur das Material des Wörterbuchs in zusammenhängender Rede (meist in Gesprächsform)[3], wobei aber mehrfache Wiederholungen und Weitschweifigkeiten anzutreffen waren, die ich fortgelassen habe. Andere Partien dieses Teils mußten wegen ihres obszönen oder doch allzu derben, frivolen Inhalts gestrichen werden. Auch die „Schnadahüpfel“ erscheinen in dieser Hinsicht zum Teil recht bedenklich. Da sie jedoch nicht — gleich den Prosastücken — nur der Phantasie Wittichs entsprungen sind, sondern als altüberlieferter Besitzstand der „jenischen Leute“ zu betrachten sein dürften[4] und mithin eine gewisse kulturgeschichtliche Bedeutung haben, ließ ich sie unangetastet. Zu dem eigentlichen Wörterbuche habe ich fortlaufende Anmerkungen hinzugefügt, auf deren Anordnung und Inhalt weiter unten noch genauer einzugehen sein wird. Zuvor aber möchte ich hier über den Begriff und die Eigenart der von Wittich aufgezeichneten Geheimsprache noch einige nähere Bemerkungen vorausschicken.

Über die als Titel des Ganzen gewählte Bezeichnung „die jenische Sprache“ ist zunächst zu sagen, daß sie im vorliegenden Falle nicht etwa schlechthin als gleichbedeutend mit dem Rotwelsch oder der Gaunersprache aufzufassen ist, obwohl sich dieser Sprachgebrauch — dem auch die Etymologie des Wortes „jenisch“ nach herrschender Meinung sehr wohl entspricht[5] — etwa seit dem Anfang des 18. Jahrhunderts nachweisen läßt und dann bis in die Neuzeit hinein erhalten hat[6]. Vielmehr liegt hier eine neuere, engere Auffassung zu Grunde, wonach man unter „Jenisch“ speziell die Sprache der „Landfahrer“[7], der Hausierer, wandernden Krämer und Händler begreift[8]. Es handelt sich demnach bei der „jenischen Sprache“ E. Wittichs um einen süddeutschen Händlerjargon. Die Leute, die sich desselben noch bedienen, sind (nach den eigenen Angaben W.s in seiner „Einleitung“) ihrem Gewerbe nach meist Korbmacher, Bürstenbinder, Schirmhändler, Kesselflicker, Scherenschleifer u. dergl., welche namentlich aus Württemberg, Baden und dem Elsaß, ferner auch aus Bayern stammen. So erklärt sich das Überwiegen der schwäbischen Mundart, insbesondere die weitgehende Übereinstimmung mit den (von Kluge u. a. bereits veröffentlichten) „schwäbischen Händlersprachen“. Diese aber zeigen ihrerseits wiederum eine ganz überraschende Ähnlichkeit mit der süddeutschen, namentlich der schwäbisch-badischen Gaunersprache, auch älterer Zeit, also z. B. mit dem „Pfullendorfer Jauner-Wörterbuch“ von 1820, ja sogar mit Quellen aus dem 18. Jahrhundert. Mit den letzteren (also z. B. dem nur handschriftlich überlieferten „Dolmetscher der Gaunersprache“ [vgl. Groß’ Archiv, Bd. 56, S. 177, Anm. 2], den Mitteilungen von Schöll in seinem „Abriß des Jauner- und Bettelwesens in Schwaben“ [1793; vgl. Kluge, Rotw. I, S. 268 ff.] sowie dem — hauptsächlich gleichfalls dem schwäbischen Sprachgebiet angehörenden — Wörterbuch des Konstanzer Hans[9]) weist gerade auch das Wittichsche „Jenisch“ noch merkwürdig viele Berührungspunkte auf[10].

Worin liegt nun der Grund für diese Erscheinung? Man wird zunächst nur allzu geneigt sein, das Schwabenland als die sog. Ganfer-Medine, d. h. das ehemalige Eldorado aller Gauner[11], dafür verantwortlich zu machen, umso mehr als man ja auch in anderen Gegenden unseres Vaterlandes, so z. B. in dem oberhessischen Vogelsberg, ein — in letzter Linie auf den Einfluß der großen Räuberbanden früherer Jahrhunderte zurückzuführendes — Fortleben rotwelschen Sprachguts innerhalb bestimmter Berufsschichten nachgewiesen hat[12]. Allein damit würde man doch etwas über das Ziel hinausschießen; der Richtigkeit jener Schlußfolgerung steht nämlich die Tatsache entgegen, — daß wie Kluge (Rotw. I, S. 476) über die für die schwäbische Händlersprache von ihm herangezogenen Ortschaften bemerkt hat — „die des Jenischen kundige gewerbetreibende Bevölkerung nicht einheimisch, sondern in ihren Ursprüngen zum größten Teil von außen“ hereingekommen ist. In gleicher Weise dürfte es sich aber auch bei Wittichs „jenischen Leuten“ der Hauptsache nach nicht um seßhafte Eingeborene handeln, worauf schon die offenbar vorliegende (und weiter unten noch näher zu berührende) Vermischung mit Zigeunern, jenem Wandervolke par excellence, hindeutet. Auf alle Fälle zulässig bleibt dagegen der Hinweis darauf, daß ja von jeher — schon von den Zeiten des Liber Vagatorum an — das Rotwelsch auch den im Lande umherziehenden Krämern und Händlern geläufig gewesen ist[13].

Die Ähnlichkeit unseres „Jenisch“ mit der deutschen Gaunersprache zeigt sich nun in den verschiedensten Punkten, nicht zum wenigsten gleich in der starken Durchsetzung mit Wörtern fremden Ursprungs, unter denen wieder — ganz wie beim Rotwelsch sowie bei vielen anderen Händlersprachen — diejenigen, die sich auf das Jüdischdeutsche, in letzter Linie also aufs Hebräische zurückführen lassen, den breitesten Raum einnehmen[14]. Es sei gestattet hier diese Vokabeln, und zwar in alphabetischer Ordnung nach ihrer jenischen Form, näher aufzuzählen[15]. Mit ziemlicher Sicherheit gehören dahin: a) die Hauptwörter[16]: Bäzem = Ei (bzw. Betzam = „männliches Glied“), Beiz = Gasthaus (u. s. Ableitungen, wie Beizer = Wirt usw.), Boschert = Kupfergeld, Pfennig, Bossert = Fleisch, Dofes = Arrest, Gefängnis, Gallach = Geistlicher, Pfarrer, G’far = Dorf, Goi = Frau, Jahre = Wald, Kaffer = Bauer, Mann, Kaim = Jude, Keif = das Borgen, Schulden, Keiluf = Hund, Kenem = Laus, Filzlaus, Kies = Geld, Klass = Büchse, Gewehr, Kluft = Kleid (u. s. Abltgn.), Kohl = Lüge (u. s. Abltgn.), Lechem oder Lehm = Brot, Leile = Nacht, Malfes = Rock, Mocham oder Mochum = Dorf, More = Prügel, Streit (bezw. Morerei = Geschrei, Gezänk, das Streiten), Rochus = Zorn, Ruf = Hunger, Schaffel = Scheune, Schenagel = Arbeit (u. s. Ableitgn.), Schmelemer = Zigeuner, Schuk = Mark (als Geldstück), Schure = Ding (dann Aushilfswort für sehr verschiedene Begriffe), Schüx = Mädchen (jedoch nur in der Verbindg. schofle Schüx = Hure), Sore = Ware, Ding, Sache (u. dann Aushilfswort ähnlich wie Schure), Soruf = Branntwein, Ulme(-ma) = Leute (bes. in Verbdgn. u. Zus.); b) die (durch die Endung -e(n) oder -a „angedeutschen“) Zeitwörter[17]: achile(n) (-la) = essen, begeren = sterben, dalfen = betteln, diberen = reden, sprechen, kaspere = betrügen, schmusen (= diberen) u. schwächen = trinken[18]; c) die Eigenschaftswörter[19]: dof oder duft = gut, kochem = gescheit, klug, massig = zornig, molum = berauscht, schofel = schlecht, wo(h)nisch = katholisch[20]; d) das Umstandswort kenn = ja. Dazu treten dann noch als nur mit (größerer oder geringerer) Wahrscheinlichkeit hierhin zu rechnen[21]: a) die Hauptwörter[22]: (Boga = Kuh), Bos = After, Duft = Kirche, Galm (plur. Galma) = Kind, Hamore = Fehde, Streit, Heges = Dörfchen, Johle = Wein, (Kafler = Metzger), Kober = Wirt, Lanenger = Soldat, (Lek = Zuchthaus [Arrest, Gefängnis]), (Schuker = Gendarm), Stratz (plur. Stratze) = Kind; b) die Zeitwörter[23]: (baschen = kaufen), derchen = betteln, schef(f)ten = sein, sitzen (gehen, kommen), sicheren = kochen; c) das (auch als Adv. u. Verneinungspartikel gebrauchte) unbestimmte subst. Zahlfürwort: Lore (lore) = nichts (nicht, nein)[24]. Daß übrigens früher die Zahl der Vokabeln hebräischen Stammes sogar noch größer gewesen ist, zeigt die von Wittich in seiner „Einleitung“ gegebene Zusammenstellung jetzt veralteter Ausdrücke, von denen die Hauptwörter Bomm = die Schweiz und Jamm = Tag sowie die Zeitwörter holchen = gehen (nebst abgeholcht = fortgegangen) und malochen (wohl für: schiebes malochen) = fortgehen, gehen in diese Gruppe gehören (s. Näh. dazu in den Anmerkgn. zur „Einltg.“).

Sehr groß erscheint auch der Einfluß der Zigeunersprache auf unser Glossar. Schon die Zahl der mit Sicherheit unmittelbar hieraus übernommenen Vokabeln steht nämlich nur wenig hinter derjenigen der Wörter hebräischer Herkunft zurück, während sie die der sonst in rotwelschen Quellen oder in anderen Krämersprachen etwa anzutreffenden Mengen von Ausdrücken dieser Art erheblich übersteigt. Nur bei dem Jenisch der schwäbischen Händler in Unterdeufstetten macht sich — wie Rudolf Kapff (in der Zeitschr. für deutsch. Wortforschg., Bd. X. S. 214) nachgewiesen — ebenfalls ein stärkerer zigeunerischer Einschlag bemerkbar. Während aber hier die Wörter dieses Stammes immerhin etwa zwei Dutzend nicht übersteigen, sind sie im Wittich’schen Vokabular ungefähr auf die doppelte Summe zu schätzen. Da der Verf. in seiner „Einleitung“ selber ein genaueres Verzeichnis dieser Vokabeln angefertigt hat, kann hier auf ihre Aufzählung verzichtet werden; jedoch sei der Vollständigkeit halber bemerkt, daß dort einerseits die weiteren Ableitungen von den zigeunerischen Stammwörtern (wie z. B. die Zeitw. lubnen = „huren“ und matschen = fischen zu Lubne = Hure und Matsche = Fisch oder das Adj. bogelich = gierig u. dergl zu Bog[g]elo = Hunger) nicht berücksichtigt sind, während andererseits einige der aufgezählten Vokabeln auch unmittelbar — nicht erst durch Vermittlung der Zigeuner — aus dem Deutschen oder aus anderen Sprachen ins Jenische eingedrungen sein könnten (Näh. s. in den Anmerkgn. zur „Einleitg.“; vgl. auch gleich weiter unten die [Anm. 26]). Mit der bloßen Rezeption der äußeren Form erscheint übrigens die Einwirkung des Zigeunertums auf die Wittichsche Händlersprache noch lange nicht erschöpft, vielmehr ist auch noch in einer ganzen Reihe von — ihrer äußeren Erscheinung nach dem Deutschen oder anderen Sprachen zuzuweisenden — jenischen Ausdrücken begrifflich die besondere Anschauungs- und Denkweise des Zigeunervolks deutlich wahrnehmbar. Das Nähere hierüber ist aber besser erst weiter unten in anderem Zusammenhange mitzuteilen.

Von sonstigen fremden Sprachen haben nur das Lateinische[25] und seine beiden Haupt-Töchtersprachen, das Französische und Italienische, etwas breitere Spuren hinterlassen[26], während sich auf das Slawische und auf die nordischen Sprachen mit Bestimmtheit nur ganz wenig zurückführen läßt.[27]

Auch abgesehen von der „Sprachenmischung“ treffen wir weiter in unserem Jenisch fast alle charakteristischen Kennzeichen des Rotwelschs an. So begegnet man beinahe auf jeder Seite des Vokabulars einer der typischen rotwelschen Endungen -erich, -ert (aus dem ältern -hart) und -ling (-linger) bezw. -ing (vgl. z. B. Toberich = Tabak, Glansert = Glas, Rauschert = Stroh, Flössling oder Schwimmerling = Fisch, Hitzling = Ofen usw.), die übrigens auch — ganz wie es bei den Gaunern üblich — an Wörter fremden Stammes angehängt sind (vgl. z. B. Schwächerich = Durst, Boschert = Pfennig, Bossert = Fleisch [sämtl. aus d. Hebr.], Babing = Gans [aus d. Zigeun.], Bommerling = Apfel [aus dem Franz.]). Weiter finden sich mehrfach Fälle der — zu größerer Unkenntlichmachung der ursprünglichen Form dienenden — Abbreviaturen (und zwar in der Form der sog. Aphärese, d. h. der Weglassung der Anfangssilbe[n], wie Bolla [= Kartoffeln] statt und neben Schundbolla, Staude [= Hemd] statt [rotw.] Hanfstaude, höchstwahrscheinlich auch Boga [= Kuh] statt Horboga und vielleicht auch Bos [= After] statt Schundbos [vgl. das Näh. in den Anm. zum W.-B.]), und vereinzelt erscheint auch eine sog. Transposition (nämlich bei Kopel = Beinkleid, Hose, vermutl. statt zigeun. cholep). Bei der Begriffsbildung tritt u. a. auf der Gebrauch des „pars pro toto“ (wie z. B. Langohr = Hase) und von Eigennamen als Gattungswörtern (s. z. B. Lattenkarle oder August mit dem Ofenrohr = Gendarm), auch für Tiere und Sachen (vgl. Hornikel = Ochse, Groenikel = Schwein [zu Ni(c)kel, Kurzform von Nikolaus], Dietz [wohl Kurzform von Dietrich] = penis, Blauhanze = Zwetschgen), die auch noch auf andere Weise personifiziert erscheinen (vgl. Lachapatscher = Ente, Strohbutzer = Gans sowie das merkwürdige Jerusalemsfreund = Schaf [s. Näh. in den Anm. zum W.-B. unter „Hammel“]; Linzere = Brille, Stradelinzer = Wegweiser u. a. m.), endlich das weite Gebiet der (im Rotwelsch so beliebten) Metaphern oder Begriffsübertragungen (wie z. B. Hasa [d. h. Hasen] = Flöhe, Schundflederling [eigtl. „Dreckvogel“] = Mistkäfer, Kupferflederling [eigtl. „Heuvogel“] = Heuschrecke; Schlang = Kette, Fuchs, Füchsle = Gold, Goldstück, Frösch = Monate; Dächle = Regenschirm, Galgennägel = Rüben usw.).

Während sich in allen diesen und noch manchen anderen Erscheinungen der mehr oder weniger enge Anschluß an rotwelsche Vorbilder unschwer erkennen läßt[28], weist unser Jenisch auch einige ihm speziell eigene, überall hervortretende Besonderheiten auf. Es sind dies namentlich: die stark ausgeprägte mundartliche Färbung der Vokabeln und die auffällig große Zahl von (oft recht langen) Zusammensetzungen oder Verbindungen mehrerer Wörter miteinander.