Zu [S. 140], [Anm. 550]: Die Beschränkung des Ausdrucks Mokum auf die Bedeutung „Dorf“ findet sich auch in der von H. Weber in Groß’ Archiv, Bd. 59 veröffentlichten Liste von Wörtern der Kundensprache (s. das. S. 283 vbd. m. S. 266). Zu [S. 174], [Anm. 850]: Eine Zusammensetzung mit Schuberle ist auch noch Schuberleweisling (d. h. eigentl. „Geistsonntag“ = Pfingsten (worüber das Näh. schon [S. 155], [Anm. 689] [zu „Feiertag“] angeführt).

Zu [S. 142], [Anm. 565] vbd. mit [S. 336], [Anm. 1454] ist zu Flu(h)tegroanikele = Meerschweinchen zu bemerken, daß es sich hierbei wohl um eine Diminutivbildung von Groanikel handelt.

Zu [S. 164]/[165], [Anm. 763]. Für Fünflamme = Schürze stellte mir Dr. A. Landau die folgende Etymologie zur Verfügung, die in der Tat weniger gesucht erscheint als die von A.-L. 540 gegebene, der ich mich angeschlossen. Er denkt nämlich an die ältere Bedeutung von Flamm (Flamme) = „Haut, Lappen“ (s. Grimm, D. W.-B. III, Sp. 1712, Nr. 2), wozu zu vgl. auch französ. flamme — „Lappen, Wimpel, Fähnchen“ (vom lat. flamma). In den vom D. W.-B. III, Sp. 1714, Nr. 3 zitierten Stellen aus Musculus („Hosenteufel“) scheint Flamme u. Hosenflamme soviel wie „Hosenlatz“ zu bedeuten. Fünflamm(e) wäre demnach aus Flamm(e) analog gebildet wie Fürfleck = „Schurzfell, Schürze“ (s. D. W.-B. IV 1, 1, Sp. 727; vgl. Schmeller, Bayer. W.-B. I, Sp. 786) aus Fleck (Grundbedtg.: „pannus, Lappen, Fetzen“; s. D. W.-B. III, Sp. 1741, Nr. 1). Vgl. auch Fürschurz u. bes. noch Fürtuch (= „[Weiber-]Schürze“; s. Näh. D. W.-B. IV, 1, 1, Sp. 920/21, Nr. 2).

Zu [S. 180], [Anm. 929]: Gari = penis ist (nach Pollak 213) auch noch der neueren Wiener Gaunersprache bekannt.

Nachtrag zu Band 65. Zu [S. 65], [Anm. 2262]: In rotwelschen Quellen des 19. Jahrhunderts (so z. B. bei Pfister bei Christensen 1814 [326], v. Grolman 46 u. T.-G. 130 u. Karmayer G.-D. 209) kommt das Wort Massi(c)k auch für „Schwätzer“ oder „Verräter“ vor. Man könnte dabei an einen Zusammenhang mit dem rotw. massern, hebr. masâr = „verraten“ (vgl. Günther, Rotwelsch, S. 76) denken; jedoch kann sich jene Bedeutung auch ohne dem entwickelt haben, da es ja nur begreiflich ist, daß die Gauner, um ihren gefährlichsten Feind, den Verräter, zu bezeichnen, zu den stärksten Ausdrücken greifen.

Anmerkungen.

[1] Die Versicherung des Vrfs. (s. unten „Einleitung“, [S. 25]), daß er das von ihm mitgeteilte Wortmaterial aus eigener praktischer Kenntnis und „nicht aus Büchern“ geschöpft habe, erscheint im allgemeinen gewiß glaubwürdig. Immerhin hat er aber bei der Zusammenstellung und Bearbeitung des Stoffs auch wohl einige Bücher zur Hand gehabt, wie sich denn z. B. die Benutzung von Rich. Liebichs Schrift „Die Zigeuner in ihrem Wesen und ihrer Sprache“ (Leipz. 1863) an mehreren Stellen (bes. auch der „Einltg.“) nachweisen läßt. S. Näh. in m. Anmerkgn. zur „Einltg.“; vgl. auch in dieser „Vorbemerkg.“ weiter unten [S. 16] ff.

[2] Aus der Überschrift ist dies übrigens nicht ersichtlich. Ich habe daher in meinen „Beiträgen zum Rotwelsch“ usw. (im „Archiv“, Bd. 33, 38 ff.) — in Übereinstimmung mit H. Groß, Handbuch für Untersuchungsrichter, 6. Aufl. (1914), S. 503, Anm. 3 — dieses Zigeuner-Vokabular unter Jühlings Namen zitiert und halte daran der Gleichmäßigkeit halber auch in der vorliegenden Arbeit fest. — Über Aufsätze Wittichs in einer anderen Zeitschr. s. noch Groß, a. a. O., S. 511, Anm. 2 a. E.

[3] Zu der Nr. 25 der Sprachproben („Dächlespflanzerulme“) war vom Verf. bemerkt, daß „in dieser Skizze ... fast alle Wörter der jenischen Sprache enthalten“ seien. Gerade hier mußte ich aber — aus den im Text genannten Gründen — Kürzungen vornehmen.

[4] Die in Nr. 1 u. 2 von W. mitgeteilten „Schnadahüpfel“ stimmen z. B. nach dem Inhalt und zum Teil auch nach der Form fast ganz mit einigen „Strophen aus Jauner-Liedern“ überein, die den „Schmusereyen“ im W.-B. des Konstanzer Hans (1791) angehängt sind (s. Kluge, Rotw. I, S. 260).